Krajicek über das Nein zu Alcaraz: 'Du willst nicht, dass das noch einmal passiert'

Als Turnierdirektor des Rotterdam Open blickt Richard Krajicek, der Wimbledon-Sieger von 1996, auf zwanzig Jahre Erfahrung zurück.

by Faruk Imamovic
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Krajicek über das Nein zu Alcaraz: 'Du willst nicht, dass das noch einmal passiert'
© Getty Images/Julian Finney

Als Turnierdirektor des Rotterdam Open blickt Richard Krajicek, der Wimbledon-Sieger von 1996, auf zwanzig Jahre Erfahrung zurück. In dieser Zeit hat er viele Entscheidungen treffen müssen, darunter auch welche Spieler eine Wildcard erhalten.

Eine solche Entscheidung aus dem Jahr 2021 bereut Krajicek heute.

Die schwierige Wahl zwischen Erfahrung und Potenzial

Im Jahr 2021 stand Krajicek vor der Wahl, dem damals 17-jährigen Carlos Alcaraz oder dem erfahreneren Andy Murray eine Wildcard für das ATP 500 Event zu geben.

Er entschied sich für Murray, einen dreifachen Grand-Slam-Sieger und ehemaligen Weltranglistenersten. "Manchmal läuft es gut, manchmal gegen dich. Im Jahr 2021 bat Alcaraz um eine Wildcard, um in Rotterdam zu spielen.

Ich habe es vorgezogen, diese Andy Murray zu geben", erklärte Krajicek in einem Interview mit Langs de Lijn En Omstreken. Diese Entscheidung, so vernünftig sie zum damaligen Zeitpunkt auch erschien, da Alcaraz noch außerhalb der Top 100 der ATP-Rangliste stand, bereut Krajicek im Nachhinein.

Denn die Saison 2021 sollte Alcaraz' Durchbruchjahr werden: Später in dem Jahr gewann er seinen ersten Titel beim Kroatien Open und beendete das Jahr als Nummer 32 der Welt.

Lektionen für die Zukunft

Krajicek sieht in seiner Entscheidung von 2021 eine wertvolle Lektion.

"Du willst nicht, dass das noch einmal passiert, zu dem Spieler von morgen 'nein' zu sagen." Im folgenden Jahr eroberte Alcaraz die Tenniswelt im Sturm, gewann seinen ersten Grand Slam bei den US Open und wurde zum jüngsten Weltranglistenersten aller Zeiten.

Alcaraz ist seitdem nicht auf den Hartplätzen von Rotterdam angetreten, da er nach dieser Ablehnung beschloss, in Südamerika zu spielen und regelmäßig an Turnieren in Argentinien und Brasilien teilzunehmen.

Um ähnliche Fehler zu vermeiden, hat Krajicek in diesem Jahr Wildcards an junge Talente wie den 18-jährigen Dino Prizmic vergeben, der beim diesjährigen Australian Open einen Satz gegen den Weltranglistenersten Novak Djokovic gewann.

Das Teilnehmerfeld in Rotterdam verspricht auch dieses Jahr wieder hochklassig zu sein, mit dem frischgekrönten Australian Open-Sieger Jannik Sinner als Hauptattraktion sowie den Weltklassespielern Andrey Rublev, Holger Rune und Hubert Hurkacz.

Daniil Medvedev, der Titelverteidiger, wird jedoch nicht antreten, da er sich von den Strapazen seiner Finalteilnahme bei den Australian Open erholt.

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