Carlos Alcaraz hat sich bereits als eine der größten Hoffnungen des Männer-Tennis etabliert. Patrick McEnroe, ehemaliger Tennisprofi und Bruder der Tennislegende John McEnroe, lobt den Spanier als "elektrisierend", sieht jedoch auch eine wilde Seite in seinem Spiel, die ihn gelegentlich behindern könnte.
Die Leidenschaft, die zum Problem werden kann
Mit nur 21 Jahren hat Alcaraz bereits zwei Wimbledon-Titel sowie den French Open und US Open gewonnen – eine beachtliche Leistung. Doch McEnroe weist darauf hin, dass der junge Spieler oft von seiner Leidenschaft überwältigt wird. Bei Niederlagen wie gegen Botic van de Zandschulp bei den US Open 2023 oder gegen Novak Djokovic bei den Australian Open in diesem Jahr sei die Frustration Alcaraz' deutlich zu spüren gewesen. McEnroe erklärt: "Alcaraz ist elektrisierend, und er ist es, wenn er auf den Platz geht. Das einzige Problem ist, dass er manchmal durch zu viel Risiko das Match aus der Hand gibt."
Alcaraz hat in der Vergangenheit bewiesen, dass er in der Lage ist, jeden Schlag zu spielen, was ihn zu einem aufregenden Spieler macht. Doch an Tagen, an denen er nicht seine besten Schläge trifft, kann sein überschäumendes Talent auch zu seinem Verhängnis werden. McEnroe erinnert sich an die US Open des letzten Jahres und die Australian Open, wo Alcaraz Schwierigkeiten hatte, sich gegen die starken Gegner zu behaupten. "Er war sichtlich beunruhigt, als Djokovic plötzlich, trotz einer Verletzung, wieder auf höchstem Niveau spielte", sagt McEnroe. Dies zeigt, dass der junge Spanier möglicherweise lernen muss, sein Feuer zu kontrollieren, um konstant erfolgreich zu bleiben.
Alcaraz als Publikumsliebling
Trotz dieser Herausforderungen ist McEnroe überzeugt, dass Alcaraz der beliebteste Spieler im Tennis ist. "Er ist der populärste Spieler im Tennis. Er ist zwar nicht die Nummer 1 der Welt, aber er ist eine Attraktion. Die Leute wollen ihn sehen", erklärt McEnroe. Alcaraz‘ Spielweise fasziniert die Zuschauer immer wieder, und seine Fähigkeit, scheinbar unmögliche Schläge zu landen, sorgt für Begeisterung.
Trotz seiner jungen Jahre hat Alcaraz schon beeindruckende Erfolge erzielt und ist eine feste Größe im Tennis. McEnroe unterstreicht: "Er hat vier Majors auf allen Belägen gewonnen, also will ich sein Spiel nicht zu sehr kritisieren."
