Carlos Alcaraz hat sich mit seinem Einzug ins Finale der Italian Open in die Riege der Tennisgrößen gespielt. Vor leidenschaftlichem Publikum in Rom besiegte der 21-jährige Spanier den italienischen Lokalmatador Lorenzo Musetti mit 6:3 und 7:6 (7:4). Der Sieg war nicht nur sportlich bedeutsam, sondern auch ein Beleg für Alcaraz’ mentale Stärke – trotz widriger Bedingungen und eines klar parteiischen Publikums.
„Heute war es wirklich schwierig bei diesen Bedingungen, der Wind war schwer zu kontrollieren“, erklärte Alcaraz gegenüber der ATP. „Es ging nicht darum, spektakuläres Tennis zu zeigen. Man musste klug spielen, stabil bleiben, auf Chancen warten und dann angreifen.“
Seine Gelassenheit zahlte sich aus. Trotz einzelner unruhiger Momente auf den Rängen zeigte sich der junge Spanier respektvoll: „Das Publikum war natürlich für Lorenzo, das war nicht leicht. Aber die Stimmung war großartig. Ich muss ihnen danken, sie waren insgesamt respektvoll.“
Ein historischer Meilenstein
Mit dem Sieg in Rom schreibt Alcaraz Tennisgeschichte: Sein Anteil an Siegen gegen Top-10-Spieler liegt nun bei beeindruckenden 65 Prozent – besser als Roger Federer oder Rafael Nadal in einem vergleichbaren Karrierestadium. Nur Björn Borg, Novak Djokovic und Boris Becker weisen eine höhere Quote gegen die Besten der ATP auf.
Der Erfolg gegen die Nummer neun der Welt, Musetti, war Alcaraz’ 39. Sieg gegen einen Top-10-Gegner. Damit festigt er seinen Status als einer der konstantesten Spieler auf höchstem Niveau. Zudem ist er nun einer von nur vier Spielern – neben Djokovic, Nadal und Federer –, die bei mehr als einem Viertel ihrer Teilnahmen an ATP Masters 1000-Turnieren das Finale erreichten.
Ein weiteres Detail unterstreicht seine Ausnahmestellung: Mit 22 Jahren und 2 Tagen ist er der zweitjüngste Spieler, der dreimal ein Masters-1000-Finale auf Sand erreicht hat – nur Rafael Nadal war 2008 in Hamburg noch jünger.
