Nur eine Woche nach seinem emotionalen Triumph bei den French Open gegen Jannik Sinner meldet sich Carlos Alcaraz aus der Wettkampfpause zurück – gedanklich noch immer in Paris. Der 22-jährige Spanier, der in einem der dramatischsten Grand-Slam-Finals der Geschichte drei Matchbälle abwehrte und schließlich seinen fünften Titel gewann, zeigt sich selbst überrascht von seiner eigenen Leistung.
„Ich habe viele Videos dieses Moments gesehen, als ich Matchball gegen mich hatte“, erzählt Carlos vor seinem Start beim Rasenturnier im Queen’s Club in London. „Manchmal kann ich es nicht glauben, dass ich das noch gedreht habe. Ich schaue es mir an und bin immer noch schockiert, dass ich Roland Garros wirklich gewonnen habe.“
Trotz der frischen Erinnerungen bleibt für Carlos ein anderer Erfolg besonders: sein erster Grand-Slam-Titel. „Der erste bleibt immer besonders. Er ist für immer im Herzen“, erklärt er. Und dennoch: „Viele Leute sagen, das Finale in Paris war das beste, das sie je gesehen haben.“
Ibiza als Tankstelle
Die Entscheidung, sich nach dem Sieg ein paar Tage auf Ibiza zu gönnen, stieß bei seinem Team nicht auf volle Zustimmung – insbesondere nicht bei Coach Juan Carlos Ferrero. Doch Carlos steht dazu. „Ich war mehr mental dort als körperlich“, sagt er lachend. „Drei Nächte, drei Tage – das war genug. Ich habe ein bisschen getanzt, aber nichts Außergewöhnliches.“
Sein Ziel war es, nach der intensiven Sandplatzsaison abzuschalten und Kraft zu tanken. „Nach solchen Wochen ist es wichtig, auch mal den Kopf freizubekommen“, betont Alcaraz. Die Pause sei notwendig gewesen, um sich nun voll auf die Rasensaison zu konzentrieren.
Beim Turnier in London trifft er zum Auftakt auf Alejandro Davidovich Fokina. Danach könnten Ben Shelton oder Holger Rune warten. Ein mögliches Wiedersehen mit Jack Draper im Finale verspricht zusätzliche Spannung – schließlich war es Draper, der Alcaraz im Vorjahr im Queen’s Club bezwang.
