Der legendäre Tennistrainer Rick Macci hat Carlos Alcaraz geraten, mit seiner Aufschlagbewegung zu experimentieren. Nach Ansicht des Amerikaners könnte der Weltranglistenerste dadurch „ein weiteres Level“ erreichen.
Alcaraz wird für sein komplettes Spiel gefeiert, doch der Aufschlag gilt seit längerem als Bereich mit Verbesserungspotenzial. Zwar verfügt er über enorme Schlagkraft, doch Konstanz und Präzision fehlen ihm phasenweise. Im Wimbledon-Finale 2025 gegen Jannik Sinner lag seine Quote beim ersten Aufschlag nur bei 53 Prozent, was zu einer Niederlage in vier Sätzen beitrug.
Stärken und Schwächen im Vergleich
Ganz anders präsentierte sich der 22-Jährige wenige Wochen später bei den US Open. Auf dem Weg zu seinem sechsten Grand-Slam-Titel verlor er nur dreimal seinen Service und musste insgesamt lediglich zehn Breakbälle abwehren – weniger als jeder andere Sieger zuvor.
In einem Interview mit Tennis365 erklärte Macci, der bereits fünf Nummer-eins-Spieler trainierte: „Glaub es oder nicht, ich denke, Alcaraz sollte mit einer Plattform-Technik beim Aufschlag experimentieren. Das könnte ihn auf ein neues Niveau bringen. Er hat Mut und kann sehr hart servieren, doch die Quote ist in meinen Augen zu niedrig.“
Der erfahrene Coach betonte, dass solche Anpassungen nichts mit Körpergröße zu tun hätten. „Die besten Spieler in jeder Sportart feilen ständig an Details. Gerade beim Tennis ist der Service relativ leicht zu verändern, wenn man die Wissenschaft dahinter versteht.“
Rivalität mit Sinner im Blick
Auch mit Blick auf die Duelle mit Jannik Sinner sieht Macci Verbesserungen beim Service als entscheidend an: „100 Prozent, das wäre der Unterschied. Er hat seine Ausholbewegung schon verändert, das hat ein wenig geholfen. Doch wenn ein Biomechaniker eingebunden würde, könnte vieles weiter verbessert werden.“
Macci kritisierte zudem, dass manche Trainer Veränderungen blockieren, um ihre Rolle zu schützen. „Es sollte immer um den Spieler gehen, nicht um den Coach. Ohne tiefes Verständnis der Bewegungsabläufe bleiben viele Chancen ungenutzt.“
