Lorenzo Musetti nennt Carlos Alcaraz den ästhetisch stärkeren Spieler

by Faruk Imamovic
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Lorenzo Musetti nennt Carlos Alcaraz den ästhetisch stärkeren Spieler
© gasparlanca/X/Fair Use

Lorenzo Musetti kennt die Distanz zu Carlos Alcaraz und Jannik Sinner aus eigener Erfahrung. Der Italiener hat sich in den vergangenen zwei Saisons bis auf Platz fünf der Weltrangliste gearbeitet, getragen von Halbfinals in Wimbledon und Roland Garros sowie Viertelfinals bei den US Open und Australian Open. Gegen die beiden prägenden Spieler der ATP-Tour fand er jedoch nur selten Lösungen.

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Gegen Sinner gelang Musetti auf der ATP-Tour noch kein Sieg. Drei Duelle verlor er gegen den Weltranglistenersten, in Antwerpen, Monte Carlo und bei den US Open. Gegen Alcaraz steht immerhin ein Erfolg, der jedoch aus dem Finale von Hamburg 2022 stammt. Danach verlor Musetti siebenmal nacheinander gegen den Spanier, darunter zweimal in Roland Garros.

Warum Musettis Urteil Gewicht hat

Gerade weil Musetti gegen beide Spieler regelmäßig an Grenzen gestoßen ist, wirkt seine Einschätzung nicht wie ein distanzierter Vergleich, sondern wie eine Bewertung aus unmittelbarer Erfahrung. Im Gespräch mit L’Officiel Italia sagte der aktuelle Weltranglisten-15.: „Das schönste und vollständigste Tennis? Vielleicht das, das Alcaraz spielt. Ich denke, es ist das modernste Tennis. Natürlich ist Jannik beeindruckend.“

Musetti trennte dabei klar zwischen Wirkung und Effizienz. Über Sinner sagte er: „Er erreicht ein fast perfektes Niveau in Bezug auf Konstanz, mentale Stärke und die Fähigkeit, ständig ein unglaubliches Niveau zu halten. Aber was Ästhetik und Schönheit des Spiels betrifft, würde ich Alcaraz sagen. Wenn sie in Bestform sind, sind sie die zwei Champions, die heute das beste Tennis zeigen.“

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Diese Aussage ist keine Abwertung Sinners. Sie zeigt vielmehr, dass Musetti zwei Formen von Dominanz unterscheidet: Sinner steht für Stabilität und mentale Härte, Alcaraz für Vielfalt und moderne Spielgestaltung.

Eine schwierige Phase verändert den Blick

Der Vergleich fällt in eine Phase, in der Musetti und Alcaraz selbst mit Verletzungsproblemen verbunden wurden. Beide verpassten Roland Garros und haben bereits für Wimbledon zurückgezogen. Bei Musetti stoppte eine Verletzung am Rectus Femoris seine Saison und verhinderte Starts in Hamburg, Roland Garros, Queen’s Club und Wimbledon.

Für den Italiener hatte diese Pause auch Folgen in der Rangliste. Beim Australian Open war er noch die Nummer fünf der Welt, im Sommer fiel er um zehn Plätze auf Rang 15 zurück. Nach Wimbledon droht ihm laut Vorlage jedoch kein weiterer Rückschlag, weil er dort im Vorjahr bereits in der ersten Runde gegen Nikoloz Basilashvili in vier Sätzen ausschied. Musettis Worte über Alcaraz und Sinner stehen damit auch vor dem Hintergrund einer eigenen Unterbrechung: Er bewertet die Spitze, während er selbst wieder Anschluss suchen muss.

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