Carlos Alcaraz und Jannik Sinner prägten die beiden vergangenen Spielzeiten, wurden 2026 jedoch durch Verletzungen voneinander getrennt. Trainer Ricardo Piatti sieht darin nicht nur Pech. Er warnt, dass Spielplan, körperliche Belastung und äußere Erwartungen eine Balance verlangen, wenn beide ihre Karrieren verlängern wollen.
Alcaraz gewann zu Saisonbeginn die Australian Open, verletzte sich später aber am Handgelenk und verpasste die Sandplatz- sowie Rasensaison. Sinner nutzte diese Phase mit Titeln in Madrid, Rom und Wimbledon, fällt nun jedoch wegen einer Knieverletzung für die US Open aus.
Pausen werden Teil der sportlichen Planung
„Sie müssen eine Balance finden, wenn sie ihre Karrieren verlängern wollen“, sagte Piatti. Für ihn besteht ein Zusammenhang zwischen der Matchplanung und Verletzungen bei Spielern wie Sinner, Alcaraz und Lorenzo Musetti.
Die Konsequenz ist kein vollständiger Rückzug von großen Turnieren. Piatti verlangt gezielte Entscheidungen. „Man muss vorsichtig sein und kluge Entscheidungen treffen. Es ist nicht mehr möglich, das ganze Jahr zu spielen. Körper und Geist müssen sich erholen“, erklärte er.
Diese Aussage betrifft Alcaraz unmittelbar. Nach seiner Rückkehr bei den US Open stehen für ihn auch der Laver Cup, der Six Kings Slam, voraussichtlich die Asien-Tour und die Hallensaison im Raum. Jeder einzelne Termin kann sinnvoll sein, doch die Summe entscheidet über die Erholung.
Sinner plant seine Rückkehr derzeit während der Asien-Tour mit Turnieren in Peking und Shanghai. Bei ihm zeigt sich zugleich, dass geringe Matchzahl allein Verletzungen nicht ausschließt: Seit den French Open bestritt er nur Wimbledon.
Die Rivalität braucht verfügbare Spieler
2025 trafen Alcaraz und Sinner sechsmal aufeinander. In diesem Jahr blieb es bisher beim Finale von Monte Carlo. Bei keinem Grand Slam 2026 kam ihr Duell zustande, obwohl es im Vorjahr drei große Endspiele geprägt hatte.
Piatti verweist zusätzlich auf Medieninteresse, hohe finanzielle Einsätze sowie Wünsche von Veranstaltern und Sponsoren. Diese Kräfte belohnen häufige Auftritte, während der Körper Grenzen setzt. „Wenn diese Champions ihre Karrieren verlängern wollen, müssen sie eine Balance finden, sonst könnte der Verschleiß sie viel früher als erwartet zum Abschied zwingen“, warnte er.
Die Botschaft betrifft deshalb nicht nur zwei Spieler. Auch Turniere verlieren an Qualität, wenn Stars fehlen. Alcaraz und Sinner müssen kurzfristige Chancen gegen langfristige Verfügbarkeit abwägen. Ihre Rivalität bleibt sportlich wertvoll, kann sich aber nur entwickeln, wenn beide häufiger gleichzeitig gesund am selben Ort antreten.
Für beide Profis wird Erholung damit künftig zu einer aktiven Leistungsentscheidung. Ein ausgelassenes Turnier kann kurzfristig Punkte kosten, langfristig aber wichtige gemeinsame Duelle ermöglichen.
