Mérida sieht Fortschritte und Restzweifel bei Carlos Alcaraz

by Faruk Imamovic
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Mérida sieht Fortschritte und Restzweifel bei Carlos Alcaraz
© carlosalcarazbr/X/Fair Use

Daniel Mérida hat nach einer gemeinsamen Trainingseinheit einen vorsichtig positiven Eindruck von Carlos Alcaraz vermittelt. Der Titelverteidiger spielt nach seiner Handgelenksverletzung bereits wieder auf hohem Niveau, doch die viermonatige Pause ist noch erkennbar.

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Alcaraz bestritt seit dem Turnier in Barcelona im April kein Einzelmatch. Bei den US Open kehrte er zunächst im Mixed mit Serena Williams in den Wettbewerb zurück. Besonders sein Aufschlag wirkte dabei noch nicht so durchschlagskräftig wie vor der Verletzung.

Das Handgelenk bleibt im Kopf

„Carlos spielt gut, doch nach vier Monaten Pause merkt man es natürlich ein wenig“, sagte Mérida. „Er spielt auf einem sehr hohen Niveau.“

Die Aussage enthält zwei wichtige Punkte. Alcaraz hat seine grundlegende Qualität nicht verloren. Ihm fehlen jedoch Matchrhythmus, Wiederholungen unter Druck und die Sicherheit, das Handgelenk ohne Zurückhaltung einzusetzen.

„Sobald er seinen Rhythmus wiederfindet, einige Matches spielt und jede Angst um sein Handgelenk überwindet, werden wir ihn wieder auf dem Niveau sehen, das wir immer von ihm gesehen haben“, sagte Mérida.

Gerade der letzte Teil ist für die US Open entscheidend. Eine medizinische Freigabe bedeutet nicht automatisch, dass ein Spieler bei schnellen Richtungswechseln und explosiven Schlägen völlig frei agiert. Vertrauen entsteht häufig erst durch Wettkampfsituationen.

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Mérida bietet einen anspruchsvollen Test

Mérida ist nicht nur ein Trainingspartner. Der Spanier erreichte zuletzt mit Rang 40 seine beste Weltranglistenposition. Er stand beim Masters in Kanada im Viertelfinale und bezwang auf dem Weg dorthin Tallon Griekspoor, Alex Michelsen und Ugo Humbert. Nach Wimbledon gewann er zudem den ATP-250-Titel in Umag.

Seine aktuelle Form machte die Einheit zu einem aussagekräftigen Belastungstest. Alcaraz trainierte in New York außerdem mit Cincinnati-Sieger Arthur Fils.

Die Vorbereitung kann jedoch keine Grand-Slam-Belastung vollständig simulieren. Im Herreneinzel werden Best-of-five-Matches gespielt, und Alcaraz beginnt sein Comeback ohne vorheriges Einzelturnier. Ein langer erster Einsatz könnte deshalb ebenso aufschlussreich werden wie das Ergebnis.

Méridas Einschätzung widerspricht weder den Sorgen noch dem Optimismus. Alcaraz besitzt bereits wieder die Schlagqualität eines Spitzenspielers, muss jedoch Rhythmus und Vertrauen zurückgewinnen. Die ersten Runden werden zeigen, ob dieser Prozess während eines Grand-Slam-Turniers schnell genug voranschreiten kann.

Carlos Alcaraz
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