Carlos Alcaraz ist nach mehr als vier Monaten Pause endlich bereit für seine Rückkehr im Einzel. Bei den US Open richtet sich deshalb große Aufmerksamkeit darauf, was der Spanier leisten kann.
Der 23-Jährige hat seit April kein Einzelmatch mehr bestritten. Damals wurde sein Lauf in Barcelona durch eine Verletzung am rechten Handgelenk gestoppt. In der Folge verpasste er auch die Turniere in Madrid, Rom, Roland Garros, Wimbledon, Kanada und Cincinnati. Damit erlebt Alcaraz die längste Pause seiner Profikarriere.
Trotz dieser langen Auszeit sind die Erwartungen an den Spanier weiterhin hoch. In New York geht er als Titelverteidiger an den Start, hat bereits sieben Grand-Slam-Titel gewonnen und war 2026 vor seiner Verletzung mit einer Bilanz von 22:3 Siegen in die Saison gestartet. Im Januar triumphierte er zudem bei den Australian Open und wurde zum jüngsten Spieler, der den Karriere-Grand-Slam komplettierte.
Die Aufmerksamkeit rund um sein Comeback nahm noch einmal zu, nachdem die Nummer eins der Welt, Jannik Sinner, die US Open wegen einer Knieverletzung absagen musste. Alcaraz ist nun an Position zwei gesetzt. Viele Experten sehen neben ihm auch Alexander Zverev und Novak Djokovic als Spieler, die daraus Kapital schlagen können.
Auch Andy Roddick erklärte, er freue sich über die Rückkehr von Carlos. Der frühere US-Open-Champion betonte jedoch, dass nach einer so langen Pause ohne Einzelkonkurrenz niemand wirklich wissen könne, auf welchem Niveau sich der Spanier befinde. Zumindest im Mixed konnte Alcaraz bereits etwas Spielpraxis sammeln – an der Seite von Serena Williams.
Mouratoglou erwartet wichtige Erkenntnisse im Auftaktmatch
Patrick Mouratoglou ist überzeugt, dass bereits die erste Runde wichtige Aufschlüsse über Alcaraz liefern wird.
Der französische Coach zweifelt nicht daran, wie stark der ehemalige Weltranglistenerste sein kann, wenn alles funktioniert. Vielmehr will Mouratoglou sehen, wie der Spanier mit einer schwächeren Phase in einem Best-of-five-Match umgeht.
“Is he ready to win the US Open? 99% of players cannot play consistently at the very high level throughout a five-set match,” Mouratoglou said.
ADVERTISEMENT“The question that I will ask myself while watching Carlos Alcaraz’s first round is: how low is his low level?
Because his high will always be crazy high. The question is, how low is his low, but also how long does the low last.
Is it going to be one full set or just one game and then, right after, he’s going to break back, for example? So that will be very important.
If he checks out for long periods and is very much up and down, then we can worry.”
Diese Frage ist angesichts der langen Tennispause von Alcaraz durchaus nachvollziehbar. Im Training lässt sich beobachten, wie das Handgelenk reagiert. Der Druck eines Turniers und lange Matches sind jedoch eine ganz andere Herausforderung.
Der junge Spanier hatte bereits mehrere Wochen trainiert, bevor er sein Comeback bestätigte. Außerdem arbeitete er in Murcia mit Holger Rune und trainierte später in New York vor Fans.
In der ersten Einzelrunde trifft Alcaraz auf Roman Safiullin. Sollte Carlos die frühen Runden überstehen, warten in seiner Hälfte unter anderem Ben Shelton, Arthur Fils, Daniil Medvedev und Djokovic.
Alcaraz will zurück auf Platz eins
Für Alcaraz geht es bei den US Open nicht nur darum, zu beweisen, dass sein Handgelenk wieder voll belastbar ist. Er kehrt als Titelverteidiger zurück und will erneut um die Trophäe kämpfen.
New York spielt in seiner Karriere bereits eine bedeutende Rolle. 2022 gewann er dort seinen ersten Grand-Slam-Titel und wurde erstmals die Nummer eins der Welt. Im vergangenen Jahr besiegte er Sinner im Finale und eroberte die Spitzenposition erneut vom Italiener zurück.
Sinner kehrte im April auf Platz eins zurück, nachdem er Alcaraz im Finale von Monte Carlo bezwungen hatte. Vor seiner Verletzung machte Carlos deutlich, dass ihm das Duell mit dem Italiener zusätzliche Motivation verleihe.
“I saw that I have to win the tournament here if I want to get the No. 1 back. I think the battle between Jannik and myself is great. I think it probably provides extra motivation,” Alcaraz said in Barcelona earlier this season.
Gleichzeitig betonte er damals, dass die Verbesserung seines Tennis für ihn wichtiger bleibe, als jede Woche über Ranglistenpunkte nachzudenken.
Durch Sinners Fehlen in New York hat sich die Situation nun verändert. Alcaraz erhält die Chance, den Rückstand im Rennen um die Nummer eins zu verkürzen – und zugleich einen Titel zu verteidigen, den er bereits zweimal gewonnen hat.
In der Tenniswelt ist man gespannt, wie schnell seine gewohnte Beweglichkeit und sein Selbstvertrauen zurückkehren. Die Fans in New York bereiteten ihm beim Training und im Mixed bereits einen herzlichen Empfang. Experten wollen vor allem beobachten, wie sein Körper reagiert, wenn die Matches länger und intensiver werden.
Für Carlos wird zunächst Safiullin die entscheidende Aufgabe sein. Danach soll es von Match zu Match gehen. Das große Ziel bleibt jedoch bestehen: Der siebenfache Grand-Slam-Champion will wieder wichtige Turniere gewinnen und nach dem Verlust der Nummer eins im April den ATP-Thron von Sinner zurückerobern.
