Mouratoglou warnt vor Carlos Alcaraz’ schwachen Phasen in New York

by Faruk Imamovic
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Mouratoglou warnt vor Carlos Alcaraz’ schwachen Phasen in New York
© AlcarazCentral/X/Fair Use

Carlos Alcaraz kehrt bei den US Open nach mehr als vier Monaten ohne ATP-Einzel zurück. Eine Handgelenksverletzung, die er sich im April in Barcelona zuzog, stoppte seine Saison. Zwei kurze Mixed-Doppel-Auftritte mit Serena Williams zeigten zuletzt, dass der 23-Jährige körperlich wieder belastbar wirkt. Ob seine Form bereits für sieben Best-of-five-Matches reicht, bleibt dennoch offen.

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Patrick Mouratoglou sieht den entscheidenden Test nicht in Alcaraz’ spektakulärstem Tennis. Der Trainer sagte: „Sein höchstes Niveau wird immer unglaublich hoch sein. Die Frage ist, wie niedrig sein schwächstes Niveau ist, aber auch, wie lange die Schwächephase dauert.“ Gerade nach einer langen Pause können Timing und Konzentration stärker schwanken als Fitness oder Schlaghärte.

Safiullin ist ein gefährlicher Gradmesser

In der ersten Runde trifft Alcaraz auf Roman Safiullin. Der Weltranglisten-99. ist nach einer Verletzungspause um mehr als 100 Plätze zurückgefallen, besitzt jedoch die Qualität für eine Überraschung. In Wimbledon erreichte er das Achtelfinale und nahm Novak Djokovic einen Satz ab. Zudem bezwang Safiullin Alcaraz 2023 beim Masters in Paris glatt in zwei Sätzen.

Die direkte Bilanz steht 1:1. Deshalb eignet sich dieses Duell besser als Formprüfung, als die Ranglistenposition vermuten lässt. Safiullin kann früh Druck erzeugen und wird Alcaraz zwingen, Übergänge zwischen Angriff und Verteidigung sauber zu lösen. Ein schneller Sieg wäre hilfreich, wichtiger wäre jedoch eine stabile Reaktion auf unvermeidliche Fehlerphasen.

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Der Turnierweg verlangt Energiekontrolle

Alcaraz erklärte, er habe während der Rehabilitation „alles vermisst“: Reisen, Training, Matches und das Gefühl, wieder mit seinem Team auf Tour zu sein. Diese Vorfreude kann Energie freisetzen, birgt aber auch die Gefahr, zu viel auf einmal erzwingen zu wollen. Über fünf Sätze entscheidet häufig nicht das beste Tennis, sondern die Fähigkeit, ein niedrigeres Niveau ohne großen Schaden zu überstehen.

Mouratoglous Warnung trifft damit den Kern der Titelchance. Kurze Schwankungen kann Alcaraz mit einem Break oder einer explosiven Phase korrigieren. Verliert er dagegen einen ganzen Satz die Ordnung, steigt der körperliche Preis jeder Runde. Seine Spitzenklasse ist unbestritten; die Belastbarkeit seiner Basis muss sich erst zeigen.

Das Auftaktmatch beantwortet daher drei Fragen: Wie sicher ist das Handgelenk unter vollem Tempo, wie schnell findet Alcaraz nach Fehlern zurück und wie effizient teilt er seine Kräfte ein? Fällt die Antwort positiv aus, bleibt er trotz der Pause ein Titelkandidat. Andernfalls könnte Safiullin die fehlende Matchpraxis sofort bestrafen. Besonders der zweite Aufschlag verdient Aufmerksamkeit. Sinkt dort die Geschwindigkeit aus Vorsicht, wird Safiullin sofort attackieren. Bleibt Alcaraz mutig und präzise, spricht das für Vertrauen in die belastete Seite und für einen belastbaren, stabilen Turnierplan.

Carlos Alcaraz
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