Carlos Alcaraz bestreitet am Montag gegen Roman Safiullin sein erstes Einzel seit mehr als vier Monaten. Der Titelverteidiger der US Open hatte wegen einer Handgelenksverletzung sowohl die French Open als auch Wimbledon verpasst. Nun erklärt der Weltranglistendritte, dass die körperlichen Zweifel weitgehend verschwunden seien.
In New York sammelte Alcaraz bereits Wettkampfeindrücke im Mixed an der Seite von Serena Williams und trainierte mit mehreren Spitzenspielern. Diese Einheiten waren für ihn mehr als Vorbereitung. Sie dienten als Belastungstest für das Handgelenk und halfen ihm, wieder Vertrauen in volle Schläge zu entwickeln.
„Ich fühle mich großartig. Das hat mir sehr geholfen“, sagte Carlos über die bisherigen Erfahrungen. Er habe verstanden, dass ein wesentlicher Teil der verbliebenen Unsicherheit im Kopf liege.
Vertrauen wird zum wichtigsten Werkzeug
Der Spanier betont, wie wichtig die Aussagen seines Teams sind. Medizinische Freigabe und positives Feedback sollen verhindern, dass er während eines Ballwechsels unbewusst bremst. Gerade bei einer Handgelenksverletzung kann die Angst vor einem Rückfall Bewegungsabläufe verändern und dadurch neue Probleme verursachen.
Carlos formuliert deshalb eine einfache Aufgabe: hundert Prozent geben und Abstand von der Angst halten. Das ist mental anspruchsvoll, weil ein Grand-Slam-Match sofort höhere Intensität erzeugt als Training. Safiullin wird versuchen, lange Ballwechsel zu erzwingen und die Stabilität der Rückkehr früh zu prüfen.
Die Pause hatte auch eine positive Seite. Carlos verbrachte Zeit mit Familie und Freunden und genoss den seltenen längeren Aufenthalt zu Hause. Diese Erholung kann emotionale Energie liefern, ersetzt aber nicht den Rhythmus, der normalerweise durch Turniere entsteht.
Der Titelverteidiger braucht einen geduldigen Start
Alcaraz bezeichnet die US Open als bestmöglichen Ort für sein Comeback. Seine Erinnerung an den Titelgewinn schafft Zuversicht, gleichzeitig bringt die Rolle des Titelverteidigers unmittelbaren Ergebnisdruck.
Der erste Gegner ist deshalb wichtiger als die späteren möglichen Duelle. Alcaraz muss nicht sofort sein höchstes Niveau erreichen, sondern ohne Schmerzen spielen, die Vorhand frei beschleunigen und nach schwierigen Punkten Vertrauen behalten. Gelingt das, kann er sich im Verlauf des Turniers steigern.
Seine Position hinter Alexander Zverev und dem verletzten Jannik Sinner verändert wenig an seinem Potenzial. Ein gesunder Alcaraz gehört zu den Favoriten. Die offene Frage ist, wie schnell aus medizinischer Sicherheit wieder automatische Wettkampfsicherheit wird. Montag liefert darauf die erste belastbare Antwort.
Die Reaktion des Publikums kann helfen. New York kennt Alcaraz als spektakulären Champion und wird mutiges Tennis belohnen. Diese Energie darf ihn aber nicht verleiten, unnötige Risiken einzugehen oder Warnsignale zu ignorieren.
