Carlos Alcaraz startet stark, muss aber seine riskante Spielweise beherrschen

by Faruk Imamovic
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Carlos Alcaraz startet stark, muss aber seine riskante Spielweise beherrschen
© carlosalcaraz/X/Fair Use

Carlos Alcaraz hat nach mehr als vier Monaten Pause einen kontrollierten Einstieg in die US Open geschafft. Der Titelverteidiger bezwang Roman Safiullin mit dreimal 6:4 in zwei Stunden und 22 Minuten und zeigte dabei keine erkennbaren Einschränkungen durch die Handgelenksprobleme, die ihn seit Mitte April ausgebremst hatten.

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Das Ergebnis beantwortet die erste körperliche Frage, aber noch nicht die schwierigere sportliche. Alcaraz kann in New York erneut den Titel gewinnen. Nach der langen Unterbrechung muss er jedoch beweisen, dass sein anspruchsvolles Spiel auch an einem schwächeren Tag genug Stabilität besitzt.

Die Rückkehr bringt Energie und Unsicherheit zugleich

Alcaraz machte nach dem Sieg deutlich, wie sehr ihm der Wettbewerb gefehlt hatte. “I missed the crowd, the energy. I missed the competition. I missed everything”, sagte der siebenfache Major-Sieger. In der zweiten Runde trifft der 23-Jährige auf Jaime Faria.

Seine Freude ist ein positives Signal, denn Alcaraz lebt von Intensität, Mut und der Bereitschaft, schwierige Lösungen zu suchen. Genau diese Eigenschaften erhöhen nach einer langen Pause aber das Risiko. Sein Spiel verlangt präzises Timing und klare Entscheidungen. Sind nur wenige Elemente nicht vollständig abgestimmt, kann ein aggressiver Plan schnell unnötige Fehler produzieren.

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Der Tennisanalyst Gill Gross traut Alcaraz den Finaleinzug zu, zögert jedoch bei einem erneuten Titelgewinn. Er sieht einen Unterschied zu Rafael Nadal und Novak Djokovic in deren bester Zeit: Beide konnten häufiger auch dann gewinnen, wenn ihr höchstes Niveau nicht verfügbar war.

Ein Außenseitertipp verschärft die Debatte

Gross erwartet überraschend den 19-jährigen Rafael Jodar als Champion und sieht ein mögliches Fünfsatzfinale gegen Alcaraz. Jodar steht auf Rang zwölf der Weltrangliste und auf Platz neun im ATP Race. Mit Schlagkraft, Bewegung, Konstanz und Fitness besitzt er ein Profil, das in New York weit tragen kann.

Sein Weg bleibt dennoch anspruchsvoll. Alexander Zverev und Taylor Fritz könnten zu Hindernissen werden, und zunächst wartet Thanasi Kokkinakis. Die Prognose ist weniger eine sichere Vorhersage als ein Hinweis darauf, wie offen das Feld hinter den etablierten Favoriten wahrgenommen wird.

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Für Alcaraz ist die zentrale Aufgabe klar. Er muss nicht in jeder Runde spektakulär spielen, sondern Wege finden, kurze Schwächephasen zu begrenzen. Der Auftaktsieg war dafür ein guter Anfang: drei identische Satzergebnisse, keine körperliche Krise und eine überschaubare Spielzeit.

Ein überzeugender erster Auftritt nach langer Pause macht Alcaraz noch nicht zum sicheren Sieger. Er zeigt jedoch, dass sein Körper die Belastung zunächst angenommen hat. Ob er den Titel verteidigt, entscheidet sich daran, wie gut er an komplizierten Tagen zwischen Ambition und Kontrolle wählen kann.

Gegen Faria folgt der Belastungstest.

Carlos Alcaraz Us Open
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