Carlos Alcaraz plant bewusste Auszeiten im überfüllten Tenniskalender

by Faruk Imamovic
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Carlos Alcaraz plant bewusste Auszeiten im überfüllten Tenniskalender
© StoolTennis/X/Fair Use

Carlos Alcaraz will seine Turnierplanung künftig stärker begrenzen. Nach einer viermonatigen Pause wegen einer Handgelenksverletzung erklärte der siebenmalige Grand-Slam-Sieger bei den US Open, künftig bewusst ein oder zwei Monate auszusetzen und einzelne Veranstaltungen zu streichen. Der Spanier sieht darin keine freiwillige Bequemlichkeit, sondern eine notwendige Reaktion auf einen Kalender, der sich über ungefähr 40 Wochen erstreckt.

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Alcaraz zog eine klare Grenze: „It’s impossible to play them all.“ Gemeint sind insbesondere die vielen Pflichttermine, darunter Masters-1000-Turniere und Grand Slams. Spieler können ihre Saison zwar teilweise steuern, doch die Zahl wichtiger Veranstaltungen lässt nur wenig echte Erholung zu. Nach seiner Verletzung in Barcelona kehrte Alcaraz nun erst in New York auf die Tour zurück.

Die Warnzeichen sind bereits sichtbar

Jannik Sinner fehlt bei den US Open wegen Knieproblemen. Weitere prominente Spieler haben wiederholt auf Müdigkeit und Verletzungen hingewiesen. Alcaraz erwartet eine Verschärfung, falls die Verantwortlichen den Kalender nicht verändern. Seine eigene Zwangspause dauerte länger als erhofft und kostete ihn unter anderem Starts bei den French Open sowie mehreren weiteren Turnieren.

Die Zahlen zeigen die Belastung. Alcaraz absolvierte 2025 insgesamt 80 Matches, nur zwei weniger als Alexander Zverev. Im Jahr zuvor kam er auf 67 Partien, während Zverev 89 spielte. Solche Umfänge entstehen nicht allein durch lange Turnierläufe, sondern durch die Kombination aus Pflichtveranstaltungen, Reisen und kurzen Übergängen zwischen Belägen.

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Weniger Starts können mehr Karriere bedeuten

Sein Comeback verläuft sportlich erfolgreich. Nach dem 4:6, 6:0, 6:3, 6:2 gegen Jaime Faria steht Alcaraz 2026 bei 23 Siegen und drei Niederlagen. Im ersten Satz fehlte ihm nach eigener Aussage die Geduld, danach blieb er ruhiger und übernahm die Kontrolle. Das Match zeigte zugleich, dass Spielpraxis nach langer Pause nicht vollständig ersetzt werden kann.

Alcaraz akzeptiert damit einen schwierigen Tausch. Geplante Pausen können Ranglistenpunkte, Preisgeld und Rhythmus kosten, sollen aber ungeplante Ausfälle verhindern. Eine viermonatige Verletzungspause ist für die Karriereplanung weitaus schädlicher als ein bewusst ausgelassenes Turnier. Seine Ankündigung erhöht den Druck auf die ATP, weil einer ihrer größten Stars die Belastung nicht nur kritisiert, sondern persönliche Konsequenzen zieht. Der Schutz des Körpers wird Teil seiner sportlichen Strategie.

Die Diskussion betrifft außerdem die Qualität großer Turniere. Pflichttermine verlieren Wert, wenn Stars erschöpft antreten oder fehlen. Ein flexibleres System könnte nicht nur Verletzungen reduzieren, sondern die besten Begegnungen wahrscheinlicher machen. Alcaraz zeigt mit seiner Entscheidung, dass die Spieler diese Flexibilität andernfalls selbst herstellen werden. Jeder ausgelassene Start wird dann zur Antwort auf ein Problem, das der Sport bislang gemeinsam nicht gelöst hat. Sein Beispiel dürfte weitere Spieler erreichen.

Carlos Alcaraz
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