McEnroe sieht bei Carlos Alcaraz Potenzial für zehn weitere Major-Titel

by Faruk Imamovic
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McEnroe sieht bei Carlos Alcaraz Potenzial für zehn weitere Major-Titel
© lovecaraz/X/Fair Use

John McEnroe verbindet seine Bewunderung für Carlos Alcaraz mit einer deutlichen Sorge um dessen körperliche Zukunft. Der Spanier ist nach viereinhalb Monaten Pause bei den US Open überzeugend zurückgekehrt, doch gerade diese lange Unterbrechung lässt den früheren Weltranglistenersten an Björn Borg denken, dessen Laufbahn auf höchstem Niveau ungewöhnlich früh endete.

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Starkes Comeback mit wenig Matchpraxis

Alcaraz gab in seinen ersten drei Partien gegen Roman Safiullin, Jaime Faria und Wu Yibing lediglich einen Satz ab. Der Weltranglistendritte räumte nach dem Erfolg gegen Wu ein, besser zu spielen als erwartet. Seine Beweglichkeit, Schlaghärte und Fähigkeit, das Tempo zu wechseln, wirken bereits wieder ausreichend für eine Favoritenrolle.

Die Ergebnisse beantworten jedoch nicht die langfristige Belastungsfrage. Eine erfolgreiche Rückkehr über eine Turnierwoche ist etwas anderes als die Stabilität, die für viele Jahre an der Spitze nötig ist. Genau dort setzt McEnroes Warnung an.

Borg dient als mahnendes Beispiel

„Mein großer Rivale Björn Borg bestritt sein letztes Match mit 25 Jahren. Das ist das Letzte, was wir für Carlos wollen“, sagte McEnroe während der ESPN-Übertragung. „Es wäre schrecklich, wenn er nach der Verletzung nicht wieder der Spieler werden könnte, der er vorher war.“

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McEnroe formulierte zugleich eine enorme sportliche Obergrenze. „Wenn er gesund bleibt, könnte er mindestens zehn weitere Grand-Slam-Titel gewinnen“, erklärte er. Alcaraz steht derzeit bei sieben großen Titeln. Zehn weitere Triumphe würden ihn auf 17 bringen und in die Nähe der erfolgreichsten Spieler der Geschichte führen.

Der Turnierweg ist offener geworden

In New York kämpft Alcaraz um seinen achten Major-Titel. Im Achtelfinale wartet Tommy Paul, danach könnte Ben Shelton folgen. Frances Tiafoe gilt als möglicher Halbfinalgegner, Alexander Zverev als Kandidat für das Endspiel. Der Rückzug von Jannik Sinner und Novak Djokovics Erstrunden-Aus haben zwei der gefährlichsten Namen aus seiner Turnierhälfte oder dem gesamten Feld entfernt.

Diese Ausgangslage erhöht die Chance auf einen sofortigen großen Erfolg, ändert aber nichts an McEnroes Kernpunkt. Für Alcaraz wird die entscheidende Leistung nicht nur darin bestehen, dieses Turnier zu gewinnen. Er muss Belastung, Pausen und Erwartungen so steuern, dass sein explosiver Stil über viele Spielzeiten funktioniert. Die Spanne zwischen Borgs frühem Abschied und einer möglichen Sammlung von 17 Grand-Slam-Titeln zeigt, wie viel von seiner Gesundheit abhängt. Ein Triumph in New York wäre deshalb sportlicher Beweis und Belastungstest zugleich.

Carlos Alcaraz
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