Greg Rusedski analysiert Carlos Alcaraz’ taktischen Fehler gegen Ben Shelton

by Jovica Ilic
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Greg Rusedski analysiert Carlos Alcaraz’ taktischen Fehler gegen Ben Shelton
© Stream screenshot

Carlos Alcaraz war in New York nur wenige Punkte von seinem nächsten Halbfinale bei einem Grand-Slam-Turnier entfernt. Doch dann feierte Ben Shelton den größten Sieg seiner Karriere.

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Der US-Amerikaner bezwang den Spanier nach vier Stunden und 28 Minuten mit 6:7, 6:1, 6:3, 1:6, 7:6. Um 3:33 Uhr Ortszeit machte Shelton im Arthur Ashe Stadium den Erfolg perfekt und zog ins Halbfinale ein.

Greg Rusedski ist der Ansicht, dass Alcaraz seinem linkshändigen Gegner das Leben deutlich schwerer hätte machen können. Der ehemalige US-Open-Finalist machte vor allem einen taktischen Unterschied aus, der im Verlauf des Marathonmatches zunehmend an Bedeutung gewann.

Statt sein Heil in langen Grundlinienduellen zu suchen, rückte Ben immer wieder nach vorne und versuchte, die Initiative zu übernehmen. Carlos blieb dagegen häufig weit hinter der Grundlinie – insbesondere bei der Annahme.

Aus Sicht von Greg verschaffte Alcaraz dem US-Amerikaner dadurch zu viel Zeit und zu viele Möglichkeiten für offensive Schläge. Der Spanier hätte Shelton diesen Raum nehmen müssen, anstatt dem groß gewachsenen Aufschlagspieler die Kontrolle über die Ballwechsel zu überlassen.

Shelton fand die gewünschte Position auf dem Platz

Während Ben unbedingt nach vorne gehen und am Netz attackieren wollte, blieb Carlos häufig zurück, um zusätzliche Reaktionszeit zu gewinnen. Damit ermöglichte er seinem Rivalen jedoch, das Spielfeld besser zu überblicken und seine Schläge gezielt zu platzieren.

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Beide erzielten ungefähr gleich viele Winner. Der US-Amerikaner produzierte allerdings deutlich weniger unerzwungene Fehler – und genau das machte den Unterschied. Der Linkshänder kam etwas häufiger ans Netz als der Titelverteidiger und wirkte insgesamt wie der entschlossenere Spieler.

Rusedski sieht darin einen kleinen, aber wichtigen taktischen Fehler von Alcaraz – vor allem in den entscheidenden Momenten. Anstatt sich auf lange Ballwechsel einzulassen, ging der US-Amerikaner konsequent auf seine Schläge und hielt den Druck auf seinen Gegner hoch.

Sinner liefert den passenden Ansatz

Greg verwies auf Jannik Sinner als interessanten Vergleich. Der Italiener war gegen den Linkshänder bislang äußerst erfolgreich und hat jedes Duell gegen ihn gewonnen.

Janniks Fähigkeit, Bens Absichten früh zu erkennen, ins Feld zu gehen und den Ball im Aufsteigen zu nehmen, raubt dem US-Amerikaner Zeit und schränkt seine Möglichkeiten ein.

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Shelton hat sein Spiel deutlich weiterentwickelt. Sinner versteht es jedoch weiterhin, die Muster zu nutzen, die seinem eigenen Spiel besonders entgegenkommen. Auf höchstem Niveau können diese Bruchteile einer Sekunde den gesamten Verlauf eines Matches verändern.

Den Sieg gegen Carlos sollte man Ben Shelton dennoch keinesfalls schmälern. In den Sätzen zwei und drei war er dem siebenmaligen Grand-Slam-Champion überlegen und bewahrte im entscheidenden Durchgang die Nerven.

Shelton ließ nicht zu, dass sich sein Gegner wie in den drei vorherigen Duellen in seinen bevorzugten Mustern festsetzte. Stattdessen suchte er immer wieder nach Wegen, die Kontrolle zu übernehmen.

Für Rusedski geht es bei der Lehre für Alcaraz weniger darum, sein Spiel grundlegend zu verändern. Vielmehr müsse der Spanier gegen einen derart explosiven Gegner seine Position auf dem Platz anpassen.

Er gab einem aggressiven Spieler zu viel Raum für dessen Attacken – und bezahlte am Ende den Preis dafür.

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"Carlos was standing deep on the return, whereas Ben didn’t hesitate to step forward and frequently come to the net. It’s a good thing we have someone who attacks the net. If you try to stay at the baseline against the Spaniard, you will almost certainly lose.

We thought Carlos was playing well enough to win, but Ben proved us wrong and deserves his spot in the semi-final. I think Carlos made a slight tactical error. I don’t want to be too harsh, but if you give Ben that much time by standing so far back, you aren’t taking away the space he needs to hit his shots.

When you think about it, that gives Shelton plenty of options - he can serve and volley or try to attack right off the first shot. That’s why I would like to see the Spaniard try positioning himself a bit further forward in situations like that, the way Jannik does.

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And that’s also why Jannik plays so well against Ben, thanks to the way he reads the game, steps into the court, and hits the ball with anticipation," Greg Rusedski sagte.

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