Del Potro fordert mehr Pausen für Sinner und Alcaraz

by Faruk Imamovic
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Del Potro fordert mehr Pausen für Sinner und Alcaraz
© TheTennisLetter/X/Fair Use

Juan Martín del Potro hat Jannik Sinner und Carlos Alcaraz geraten, den eigenen Körper höher zu gewichten als einen lückenlosen Turnierplan. Der frühere US-Open-Sieger kennt die Kosten schwerer Verletzungen aus seiner eigenen Karriere und sieht gerade die außergewöhnliche Stärke der beiden Spitzenspieler als Chance für bewusste Pausen.

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„Sie müssen auf ihre Körper hören“, sagte der 37-Jährige. Sinner und Alcaraz hätten im Vergleich zu anderen Spielern genügend sportlichen Spielraum, um einzelne Veranstaltungen auszulassen, ohne ihre Position dauerhaft zu gefährden.

Dominanz schafft Freiheit bei der Planung

Del Potro formulierte die Lage zugespitzt: „Fakt ist, dass Jannik und Carlos so gut sind, dass sie sechs Monate aussetzen können, ohne dabei im Ranking abzufallen.“ Gemeint ist keine wortwörtliche Ranglistengarantie, sondern der Vorsprung, den beide durch tiefe Läufe bei den größten Turnieren und eine hohe Punktedichte aufgebaut haben.

Ein selektiver Kalender kann deshalb langfristig wertvoller sein als das Sammeln zusätzlicher Starts. Wer bei Grand Slams und Masters-Turnieren regelmäßig um Titel spielt, trägt nicht nur mehr Matchbelastung, sondern absolviert auch weniger Erholungsphasen zwischen den Wochen. Gerade dort entsteht die Gefahr, dass kleine Beschwerden zu längeren Ausfällen werden.

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Del Potros Karriere liefert den Hintergrund

Der Argentinier gewann 22 Titel, darunter die US Open 2009, und erreichte Platz drei der Weltrangliste. Mehrere Handgelenks- und Knieverletzungen verhinderten jedoch über Jahre einen durchgehenden Rhythmus. 2022 beendete er seine Karriere. Nach eigener Erfahrung konnten schon zwei verpasste Turniere einen Fall von Rang vier auf Platz zehn auslösen.

Sein Hinweis berührt auch die strukturelle Entwicklung der Tour. Ab 2028 soll in Saudi-Arabien ein zehntes Masters-1000-Turnier hinzukommen. Ein weiterer hoch bewerteter Pflichtpunkt im Kalender erhöht den Entscheidungsdruck für Spieler, die zugleich ihre Gesundheit und ihre Ranglistenposition schützen wollen.

Zusätzliche Pflichttermine verkürzen nicht nur Ruhephasen. Sie bringen weitere Reisen, Klimawechsel und Trainingsanpassungen mit sich, obwohl die wichtigsten Turniere bereits einen großen Teil des Jahres binden.

Sinner und Alcaraz besitzen derzeit einen Vorteil, den Del Potro in seiner verletzungsgeprägten Laufbahn selten hatte: sportliche Dominanz als Reserve. Nutzen sie diese Reserve für Regeneration, könnte das einzelne Auftritte kosten, aber ihre Jahre an der Spitze verlängern. Del Potros Warnung ist deshalb keine Absage an Ehrgeiz, sondern ein Plädoyer für dessen nachhaltige Steuerung.

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