Carlos Alcaraz richtet seinen Blick nach dem Triumph mit Team Europe beim Laver Cup auf einen Titel, der ihm noch fehlt. Der Spanier will im November erstmals den Davis Cup gewinnen und hat die Finalrunde in Bologna zu einem seiner wichtigsten Ziele für den Rest der Saison erklärt.
In London trug Alcaraz zwei Siege zum Erfolg gegen Team World bei. Am ersten Tag gewann er gemeinsam mit Jakub Mensik das Doppel gegen Alexander Bublik und Taylor Fritz. Einen Tag später setzte er sich auch im Einzel gegen Fritz durch. Sein geplantes abschließendes Match gegen Alex de Minaur entfiel, weil Alexander Zverev den Gesamtsieg Europas bereits gesichert hatte.
Spanien verfügt über mehrere Optionen
Alcaraz sieht die Qualität des spanischen Kaders als entscheidenden Vorteil. „Der Davis Cup ist ein großes Ziel für mich“, sagte er nach dem Laver Cup. Er nannte Rafael Jodar, Marcel Granollers, Pedro Martinez, Dani Merida und Jaume Munar als Teil einer Gruppe, die sich ihre Chancen verdient habe.
Spanien qualifizierte sich ohne Alcaraz mit einem 4:0 gegen Chile für die Endrunde. Besonders Jodar und Merida nutzten diesen Vergleich, um sich für eine erneute Nominierung zu empfehlen. Kapitän David Ferrer kann damit nicht nur auf den prominentesten Spieler des Landes setzen, sondern verfügt über Alternativen für Einzel und Doppel.
Bologna verlangt einen schnellen Übergang
Die Finalrunde findet vom 18. bis 23. November in Italien statt. Neben Spanien sind Gastgeber Italien, Südkorea, Großbritannien, Österreich, Kanada, Tschechien und Deutschland qualifiziert. Für Alcaraz liegt der Termin unmittelbar nach den ATP Finals in Turin, weshalb er den Hallenblock auch als Vorbereitung auf den Mannschaftswettbewerb betrachtet.
Der 23-Jährige weist im Davis Cup eine Einzelbilanz von 5:1 auf. Zu seinen Siegen zählen Erfolge gegen Tallon Griekspoor, Ugo Humbert und Tomas Machac. Im vergangenen Jahr fehlte er verletzt, als Spanien das Endspiel erreichte und dort Italien unterlag.
Seine Rückkehr würde die Rollen im Team verändern. Alcaraz wäre die klare erste Option im Einzel, während Ferrer die übrigen Spieler gezielter nach Belag, Form und möglicher Doppelstärke einsetzen könnte. Gleichzeitig darf der Name des siebenmaligen Grand-Slam-Siegers nicht verdecken, wie eng ein kompaktes Finalturnier werden kann.
Der Laver Cup lieferte Alcaraz wertvolle Wettkampfpraxis nach seiner langen Handgelenkspause. Bologna bietet nun die Gelegenheit, diese Form in einen nationalen Titel umzuwandeln, den er bisher nur als Zuschauer oder fehlender Leistungsträger verfolgte.
