Carlos Alcaraz erklärt, was sich für seine Gegner nach dem Schreckmoment von Tokio ändert

by Sead Dedovic
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Carlos Alcaraz erklärt, was sich für seine Gegner nach dem Schreckmoment von Tokio ändert
© atptour / X / Fair Use

Gegen Carlos Alcaraz anzutreten, ist stets eine große Herausforderung. Viele Spieler investieren daher viel Zeit in Vorbereitung und Analyse, um einen Weg zu finden, einen der besten Tennisspieler der Welt zu bezwingen.

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Carlos Alcaraz glaubt, dass seine Gegner ihre Spielweise verändern, wenn sie gegen ihn antreten. Der Spanier ist überzeugt, dass sie wissen: Nur mit einer Leistungssteigerung haben sie eine Chance auf den Sieg.

Der 23-Jährige setzte seine Titelverteidigung bei den Japan Open am Samstag mit einem 7:6 (8:6), 6:1 gegen Matteo Arnaldi fort. Das Ergebnis wird dem tatsächlichen Spielverlauf allerdings nur bedingt gerecht, denn im ersten Satz stand Alcaraz kurz vor dem Verlust.

Arnaldi hatte im Tiebreak beim Stand von 6:2 vier Satzbälle und schien den ersten Durchgang bereits in der Hand zu haben. Doch Alcaraz gewann sechs Punkte in Folge, drehte damit das Match und hatte im zweiten Satz deutlich weniger Mühe.

Der Spanier räumte ein, dass er bereits darüber nachgedacht hatte, was er im zweiten Satz verändern müsse, bevor ihm im Tiebreak noch die Wende gelang.

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„Wenn man im Tiebreak mit 2:6 zurückliegt, denkt man natürlich darüber nach, im zweiten Satz etwas anders machen zu müssen, besser zu werden und natürlich in drei Sätzen zu gewinnen. Aber ich habe versucht, Punkt für Punkt dranzubleiben.

Ich glaube, ich habe meine Spielweise im Vergleich zu den Punkten zuvor ein wenig verändert – und das hat funktioniert. Ich bin einfach froh, dass ich den ersten Satz gewonnen habe, denn es war hart. Ich denke, er hat auf einem unglaublichen Niveau gespielt. Er hat die Vorhand sehr druckvoll geschlagen, und ich war jedes Mal außerhalb meiner Komfortzone. Ich bin sehr glücklich, dass ich den Satz gewonnen habe.“

Alcaraz: Gegner steigern ihr Niveau

Auch in seinem Auftaktmatch in Tokio gegen Alex Michelsen hatte Alcaraz drei Sätze benötigt. Er setzte sich mit 7:6 (7:1), 4:6, 6:1 durch. Seine Titelverteidigung verläuft bislang also keineswegs problemlos.

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Nach dem Sieg gegen Arnaldi wurde der siebenmalige Grand-Slam-Champion darauf angesprochen, dass seine Gegner gegen ihn offenbar häufig besonders stark spielen. Carlos Alcaraz sieht darin etwas Positives.

„Natürlich würde ich sagen, dass jeder Spieler, der gegen mich antritt, das Gefühl hat, sein Niveau ein wenig steigern zu müssen, wenn er gewinnen will“, sagte Alcaraz.

„Ich würde sagen, dass das ein Kompliment für mich ist. Es bedeutet, dass ich großartiges Tennis spiele und sie sich ein wenig außerhalb ihrer Komfortzone fühlen. Aber ich muss darauf vorbereitet sein. Ich muss auf alles gefasst sein, was sie jedes Mal tun könnten, wenn sie den Platz betreten.“

Der frühere Weltranglistenerste war in dieser Saison bereits mehrfach mit dieser Situation konfrontiert. Seine Gegner spielten häufig ohne großen Druck, während ein Sieg gegen einen der besten Spieler der Welt ihnen zusätzlichen Anreiz gab, Risiken einzugehen.

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Für Alcaraz ist es zudem eine besondere Phase, nachdem er von einer Handgelenksverletzung zurückgekehrt ist. Nach seinem Comeback erreichte er das Viertelfinale der US Open, anschließend trat er beim Laver Cup für Team Europa an, bevor er nach Japan reiste. Das Turnier in Tokio stellt ihn somit erneut vor die Herausforderung, sich gegen Spieler zu behaupten, die von Beginn an angreifen und gegen ihn viel riskieren.

Alcaraz äußerte sich bereits Anfang des Jahres ähnlich

Es ist nicht das erste Mal, dass Alcaraz über das Niveau spricht, das seine Gegner gegen ihn abrufen. Bereits im März bereitete ihm Arthur Rinderknech in Indian Wells große Probleme.

Der Franzose gewann den ersten Satz und schaffte im zweiten Durchgang früh ein Break. Alcaraz drehte die Partie jedoch noch und siegte mit 6:7 (6:8), 6:3, 6:2. Anschließend scherzte der Spanier darüber, in nahezu jeder Runde auf ein außergewöhnlich hohes Niveau zu treffen.

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„Um ehrlich zu sein, werde ich manchmal einfach müde davon, in jeder Runde gegen Roger Federer zu spielen. Ja, manchmal habe ich einfach das Gefühl: Sie spielen wirklich auf einem irren Niveau“, sagte Alcaraz damals.

„Ich weiß nicht, ob ich die Situation richtig wahrnehme, aber ich habe das Gefühl, dass es gegen mich ständig so ist. Wenn sie in jedem Match auf diesem Niveau spielen würden, müssten sie in der Rangliste eigentlich weiter oben stehen.“

Der 23-Jährige betonte damals außerdem, dass er die Situation zunächst akzeptieren müsse. Statt zu viel darüber nachzudenken, warum der Gegner so gut spiele, müsse er versuchen, die Partie während des Matches zu verändern.

Nun wartet in Tokio die nächste schwierige Aufgabe auf ihn. Im Viertelfinale trifft Alcaraz am Sonntag auf Denis Shapovalov.

Die beiden bisherigen Duelle hat der Spanier jeweils in zwei Sätzen gewonnen, zuletzt 2025 in Indian Wells. Shapovalov hat während der Asien-Tour jedoch wieder bessere Ergebnisse erzielt: In Chengdu erreichte der Kanadier das Halbfinale, in Tokio steht er nun im Viertelfinale.

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Alcaraz rechnet dennoch mit aggressivem Tennis seines Gegners und weiß, dass Shapovalov gegen ihn möglicherweise erneut über seinem üblichen Niveau spielen wird.

„Ich weiß, dass Denis großartiges und sehr aggressives Tennis spielt. Deshalb muss ich bereit sein zu laufen, zu verteidigen, anzugreifen und alles zu tun, was das Match von mir verlangt. Wir werden sehen. Ich glaube, es wird ein großartiges Match, und ich freue mich wirklich darauf, wieder gegen ihn zu spielen.“

Carlos Alcaraz Matteo Arnaldi
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