Jannik Sinner: "Ich habe nie daran gedacht, zurückzukehren"



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Jannik Sinner: "Ich habe nie daran gedacht, zurückzukehren"

Jannik Sinner ist zweifellos einer der vielversprechendsten Nachwuchsspieler auf der ATP-Tour. Mit gerade einmal 19 Jahren konnte der Südtiroler bereits zwei ATP-Turniere gewinnen (Sofia, Melbourne 1, hrsg.), sein erstes Finale bei einem Masters-1000-Event in Miami erobern und die Top 20 erreichen.

Nächste Woche spielt Sinner zum ersten Mal das Wimbledon-Turnier und wurde ebenso wie Novak Djokovic an die Spitze der Auslosung gezogen. Sinner hatte wie so oft nicht viel Glück und wird schon in der ersten Runde eine wichtige Prüfung bestehen müssen, denn auf der anderen Seite des Netzes findet er Marton Fucsovics.

Der Italiener könnte dann Diego Schwartzman im Achtelfinale und einen zwischen Fabio Fognini und Andrey Rublev im Viertelfinale herausfordern. In einem kürzlichen Interview mit GQ Italia beschloss der Italiener, seine Geschichte zu erzählen.

Jannik Sinners Worte im Interview

"Erste Schritte in der Tenniswelt? Ich habe nie daran gedacht, zurückzukehren, obwohl es sehr schwer war. Ich war entschlossen. Zwei Stunden nach meiner Ankunft rief ich meine Eltern an.

Und meine Mutter sagte schon zu meinem Vater: 'Hier, wir müssen ihn zurückholen' Stattdessen wollte ich sie beruhigen: Mir geht es gut, gute Heimkehr. Wissen Sie, wir Bergleute sind ein bisschen anders. Für uns ist das Beste, zu arbeiten, direkt zum Ziel zu gehen, ohne zu viel Energie zu verlieren.

Das erste ist Respekt, für andere und für sich selbst. Jeder von uns ist gleich. Diskriminierung jeglicher Art stört mich: Ich hatte das Glück, Eltern zu haben, die mir viel vererbt haben. Leben mit einer anderen Familie? Ja, sie haben mich in die Heimat von Luka Cvjetkovic, dem kroatischen Trainer, gesteckt.

Er hatte zwei Kinder und einen Hund, ich fühlte mich wie zu Hause. Einziges Problem: die Sprache. Ich hatte die Grundlagen des Italienischen. Wenn Luka nicht zu Hause war, musste ich mich mit anderen in Gesten ausdrücken.

Die Rhythmen meines Lebens haben sich verändert. Ich war diese langen Trainingseinheiten nicht gewohnt. Die ersten zwei Wochen bin ich sofort eingeschlafen." Fotokredit: Philip Gay