Anke Huber: 'Roger Federer und Rafael Nadal sind korrekt, aber langweilig'



by FISCHER P.

Anke Huber: 'Roger Federer und Rafael Nadal sind korrekt, aber langweilig'

In diesen Monaten gab es mehrere unangenehme, unsportliche Episoden, die zweifellos das Image des Tennis verdorben haben. Der jüngste in chronologischer Reihenfolge ist der von Michael Kouame, an Nummer 1 gesetzt beim ITF-Juniorenturnier in Accra, Ghana, der am Ende seiner Niederlage seinen Gegner Raphael Nii Ankrah ohrfeigte.

Beim Aufstieg auf das ATP-Level sind die Bilder von Alexander Zverev, der im Doppel in Acapulco wiederholt den Pfosten des Sitzrichters traf, noch in Erinnerung aller lebendig und wurden sofort vom Turnier disqualifiziert.

Oder wieder die hitzige Hetzrede von Nick Kyrgios gegen Carlos Bernardes im Match gegen Jannik Sinner in Miami. Ebenfalls vom Masters 1000 in Florida kam die schlechte Geste von Jenson Brooksby, der bei seinem Match gegen Federico Coria beinahe einen Balljungen mit seinem Schläger getroffen hätte.

Alles Vorkommnisse, die etliche Kontroversen entfacht haben, auf die sich die ATP entschieden hat, mit Fakten zu antworten und einen Registerwechsel versprochen hat, um unsportliche Gesten von nun an zu ahnden. Die ehemalige deutsche Tennisspielerin Anke Huber stellte sich in dieser Frage auf die Seite derjenigen, die gelegentlich Lärm machen, und präzisierte, dass es eine imaginäre rote Linie gebe, die von niemandem überschritten werden könne.

Huber: 'Roger Federer und Rafael Nadal sind korrekt, aber langweilig'

In einem Interview für Eurosport Deutschland erzählte die ehemalige Spielerin Anke Huber, Nummer 4 der Welt und Finalistin bei den Australian Open 1996, von den unsportlichen Episoden, die kürzlich auf der Tour inszeniert wurden.

„Bei John McEnroe und Jimmy Connors war es ziemlich normal, dem Schiedsrichter die Schuld zu geben. Später hatten wir diese Phase mit Roger Federer und Rafael Nadal, die sich immer sportlich und sehr korrekt verhalten haben.

Aber wenn alle lautlos geradeaus schauen, wird es langweilig. Ich denke nicht, dass Emotionen negativ sind, aber sie sollten nicht albern werden und sich in einem gewissen Rahmen halten. Wenn es aber zu viel wird, sollten die Jungs nicht gleich wieder abgebaut werden.

Für Alexander Zverev in Acapulco war es extrem, ja. Niemand mochte es. Aber für mich ist das nicht sein wahres Gesicht. Am Tag zuvor hatte er bis fünf Uhr morgens gespielt. Manchmal muss man auf die Umstände schauen, denn körperlich war er sicherlich platt, was keine Entschuldigung ist."

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