Gilles Cervara: "Coaching? Endlich genug der Heuchelei"



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Gilles Cervara: "Coaching? Endlich genug der Heuchelei"

Die ATP hat beschlossen, die Türen der ATP-Tour für Coaching zu öffnen. Nach dem Turnier in Wimbledon beginnt nämlich die erste Versuchsphase, in der die Trainer mit ihren Spielern nach bestimmten Regeln kommunizieren können.

Zunächst einmal müssen sie ihren Platz nicht verlassen und haben nur dann die Möglichkeit, mit den Sportlern zu sprechen, wenn sich diese im selben Teil des Spielfelds befinden. Nonverbales Coaching hingegen ist jederzeit erlaubt.

Nach jahrelangen Beratungen und Kontroversen werden die Regeln daher geändert.

Gilles Cervara über Coaching: "Genug der Heuchelei"

Gilles Cervara, der derzeitige Trainer von Daniil Medvedev, äußerte sich in einem Interview mit Tennis Majors über die Entscheidung der ATP.

Er erklärte: "Ich bin sehr dafür, vor allem, um der Heuchelei, die in diesem Umfeld herrscht, und der mangelnden Konsequenz bei den gegen die Trainer verhängten Sanktionen ein Ende zu setzen. Manchmal traut sich der Schiedsrichter nicht, ein anderes Mal beschließt er, den Trainer zu bestrafen.

Dann gibt es Trainer, die eine Geldstrafe bekommen, nur weil sie während des Matches sagen: "Komm schon! Es war keine gut geregelte Situation. Wir haben schon eine Weile auf die Ankündigung gewartet. Die Entscheidung wurde nach Rücksprache mit mehreren Trainern getroffen.

Ich wies sie darauf hin, dass wir dieser Heuchelei ein Ende setzen müssen, denn alle Trainer machen irgendwann einmal Coaching, sowohl mit Worten als auch mit Gesten. Ich denke, es wird sich wenig ändern, denn die Verordnung wird keinen friedlichen Dialog zulassen, wie er während der Training stattfindet.

Verbales und nonverbales Coaching? Nicht immer lassen sich beide Arten umsetzen. Auf großen Feldern zum Beispiel sind die Gruben weit entfernt und die Trainern nicht zu hören. Die Lösung ist also die Verwendung von Codes: Gesten oder einfache Bewegungen.

Es geht darum, eine Botschaft in einer Sekunde zu vermitteln, also müssen Sie es sehr gut gelernt haben", schloss Gilles Cervara.