Goran Ivanisevic: "Heute sind die Spieler keine Freunde, zu meiner Zeit waren sie es"



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Goran Ivanisevic: "Heute sind die Spieler keine Freunde, zu meiner Zeit waren sie es"

Goran Ivanisevic, der Trainer von Novak Djokovic, sprach über Freundschaft im Tennis. Auch der ehemalige italienische Star Adriano Panatta äußerte sich zu diesem Thema: "Zu unserer Zeit waren wir für einen Auftritt in Marbella und zwischen Sieg und Niederlage lagen 30 Tausend Dollar, mit denen man auch eine Wohnung kaufen konnte.

In der folgenden Woche musste ich den Davis Cup spielen, also war ich keusch und rein, stattdessen Borg. In der Nacht vor dem Finale trank er das Unmögliche, etwa dreißig Gläser Wodka, so dass ich gezwungen war, es in sein Hotelzimmer zu bringen und es auf das Bett zu werfen, er hatte zu viel getrunken.

Stattdessen kam der Tag, an dem wir das Spielfeld betraten und er mich 6:2, 6:1 schlug. Ich habe die Seite gewechselt und ihn angespuckt." Panatta erzählte eine der vielen Geschichten über seine Rivalität und Freundschaft mit Bjorn Borg, einem der besten Tennisspieler aller Zeiten.

Die von Panatta erzählte Episode steht sinnbildlich für die Beziehung, die die Spieler einst auf und neben dem Spielfeld hatten.

Goran Ivanisevic: "Zu meiner Zeit waren die Tennisspieler Freunde, heute..."

Goran Ivanisevic sprach in einem interessanten Interview über diese Veränderung. Der derzeitige Trainer von Novak Djokovic erklärte, dass Tennisspieler heute auch aufgrund der wachsenden Medienaufmerksamkeit ein kontroverses Verhältnis zu ihren Kollegen haben.

Er erklärte: "Was war die beste Generation? Schwierig zu sagen. Vielleicht sind Nole, Roger Federer und Rafael Nadal die Besten aller Zeiten. Aber jede Generation hat etwas Neues und Einzigartiges hervorgebracht. Aber es gibt einen wesentlichen Unterschied.

Zu meiner Zeit waren alle Tennisspieler Freunde. Wir sind oft zusammen ausgegangen, haben zusammen gegessen, wir waren eine richtige Gruppe. Heute ist das nicht mehr der Fall: Tennisspieler grüßen sich nur noch auf dem Platz und kaum noch außerhalb.

Es gibt keine Beziehung zwischen ihnen. Es gibt zu viele Medien, zu viele Agenten, zu viel Internet. Bedauern? Ich bin sehr stolz auf mich, auf den Wimbledon-Sieg vor 21 Jahren, auf die Olympischen Spiele in Barcelona 1992. Aber einige wichtige Spiele, Halbfinale und Grand Slams, habe ich verloren, weil ich nicht die richtige mentale Balance hatte: Ich habe gegen mich selbst gekämpft und nicht gegen den Gegner."