Kyrgios und die Tenniswende: 'Ich würde einfach gehen und ATP sinken lassen'

Nick Kyrgios, der australische Tennisstar, hat offenbart, dass er bereit wäre, eine neue, von Saudi-Arabien finanzierte Tennis-Tour zu unterstützen.

by Faruk Imamovic
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Kyrgios und die Tenniswende: 'Ich würde einfach gehen und ATP sinken lassen'
© Getty Images Sport/Kelly Defina

Nick Kyrgios, der australische Tennisstar, hat offenbart, dass er bereit wäre, eine neue, von Saudi-Arabien finanzierte Tennis-Tour zu unterstützen. Dies könnte eine bedeutende Veränderung für die Welt des Tennis bedeuten.

Saudi-Arabien, bekannt für seine Investitionen in große Sportarten wie Fußball, Boxen und Golf, plant offenbar, nun auch im Tennis Fuß zu fassen. Kyrgios, bekannt für seine direkte Art, äußerte sich unverblümt über diese Möglichkeit:

"Ich wäre der Erste, der abspringt.

Ich würde gehen. Ich würde einfach das ATP-Schiff sinken lassen", so der 28-Jährige gegenüber The Athletic.

Diese Aussagen fallen zusammen mit dem kürzlich in Dschidda, Saudi-Arabien, ausgetragenen Next Gen ATP Finals 2023 sowie einem geplanten Exhibition-Match zwischen den beiden Top-ATP-Spielern Novak Djokovic und Carlos Alcaraz am 27.

Dezember im Kingdom Arena in Riad.

Erschöpfung und Rückschläge: Kyrgios' herausforderndes Jahr

Trotz einer herausragenden Saison 2022, in der er das Wimbledon-Finale erreichte und den Titel in Washington gewann, gesteht Kyrgios, dass er mental erschöpft ist.

"Ich glaube nicht, dass ich drei solche Saisons hintereinander durchhalten könnte. Ich wäre danach nicht mehr in der Lage zu spielen", so Kyrgios. Nach dem US Open fühlte er sich mental völlig erschöpft, obwohl er körperlich in Ordnung war.

Das Jahr 2023 war für Kyrgios aufgrund von Verletzungen und zwei Operationen weniger aktiv, dennoch empfand er es als ebenso erfreulich wie das vorherige Jahr. Dies zeugt von seiner einzigartigen Persönlichkeit und Herangehensweise an das Leben und den Sport.

Mehrere Rückschläge, darunter eine Knieoperation im Januar und eine Handgelenksverletzung, die seine Rasensaison beeinträchtigte und ihn zwang, Wimbledon nach Stuttgart abzusagen, prägten sein Jahr. Kyrgios, der 2022 eine beeindruckende Matchbilanz von 37-10 (78,7%) vorweisen konnte, sieht sich nun mit der Herausforderung konfrontiert, seine Karriere neu zu bewerten und auszubalancieren.

Seine Offenheit über die psychische Belastung, die der Spitzensport mit sich bringt, und seine Bereitschaft, neue Wege im Tennis zu beschreiten, werfen ein Schlaglicht auf die Dynamik des professionellen Tennissports und die persönlichen Kämpfe, die damit einhergehen.

Nick Kyrgios
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