Die Professional Tennis Players Association (PTPA) hat beschlossen, gegen das Tennis-Kartell der ATP, WTA, International Tennis Federation (ITF) und International Tennis Integrity Agency (ITIA) vorzugehen. In einem umfangreichen rechtlichen Dokument wurde der prominente Spieler Jannik Sinner kritisiert, der in einen Dopingfall verwickelt ist.
Die Klage und ihre Hintergründe
Die PTPA wurde 2019 von Novak Djokovic und Vasek Pospisil gegründet und erhebt nun schwere Vorwürfe gegen die führenden Tennisorganisationen. In einer 162 Seiten umfassenden Klageschrift, die vor dem US-Bezirksgericht im Southern District of New York eingereicht wurde, wird von wettbewerbsbeschränkenden und missbräuchlichen Praktiken gesprochen. Zu den Klägern gehören unter anderem Pospisil, Nick Kyrgios, Reilly Opelke und Sorana Cirstea.
PTPA-Geschäftsführer Ahmad Nassar erklärte: „Tennis ist kaputt. Hinter der glamourösen Fassade, die die Beklagten präsentieren, sind die Spieler in einem unfairen System gefangen, das ihr Talent ausbeutet, ihre Einnahmen unterdrückt und ihre Gesundheit und Sicherheit gefährdet.“ In dem Dokument wird unter anderem Sinners gescheiterter Dopingtest thematisiert.
Sinners Dopingfall und die Reaktionen der ITIA
Im März 2024 kehrten bei Sinner zwei positive Proben für den verbotenen Stoff Clostebol zurück. Zunächst wurde er vorläufig gesperrt, doch nach Berufung seiner Anwälte wurde die Entscheidung aufgehoben. Im August stellte die ITIA fest, dass er „keine Schuld oder Nachlässigkeit“ trug, und er durfte am US Open 2024 teilnehmen, das er letztlich gewann.
Die PTPA dokumentiert in ihrem Bericht, dass Sinners Physiotherapeut versehentlich ein verbotenes Präparat auf die Haut des Spielers aufgetragen hatte. In der Klageschrift heißt es: „Die ITIA bewies im August 2024, dass ihr rigoroser Ansatz willkürlich und selektiv ist. Sie akzeptierte Sinners Erklärung, dass der physische Kontakt mit dem Stoff unbeabsichtigt war.“
Jedoch widersprach die ITIA einer direkten Anwendung des verbotenen Mittels auf Sinners Haut. Stattdessen wurde ein Spray verwendet, das Clostebol enthielt, um eine kleine Wunde zu behandeln. Die ITIA erklärte, dass der betroffene Mitarbeiter das Spray zwischen dem 5. und 13. März aufgetragen hatte, während er Sinner auch sportlich betreute.
Unterschiedliche Reaktionen in der Tenniswelt
Die Entscheidung der ITIA wurde von vielen Spielern, darunter Djokovic und Kyrgios, kritisch kommentiert. Besonders die kurze Sperre von drei Monaten sorgte für Aufsehen. Djokovic äußerte: „Die Mehrheit der Spieler fühlt, dass es hier zu Favoritismus kommt.“
Inzwischen hat Sinner seine Sperre akzeptiert, und die Situation bleibt ein umstrittenes Thema im Tennis.
