Die Vorbereitung von Jannik Sinner auf Wimbledon hat einen Dämpfer erlitten. Wenige Tage vor Beginn des traditionsreichen Turniers in London wurde bekannt, dass sowohl Physiotherapeut Marco Panichi als auch Fitnesstrainer Ulises Badio nicht länger Teil seines Teams sind. Die beiden Spezialisten, die zuvor mit Novak Djokovic gearbeitet hatten, waren erst 2024 zu Jannik gestoßen.
Hintergrund der Umstrukturierung war eine dreimonatige Dopingsperre Anfang des Jahres, die Jannik wegen eines Behandlungsfehlers hinnehmen musste. Damals trennten sich Physiotherapeut Giacomo Naldi und Fitnesstrainer Umberto Ferrara vom Team. Der darauffolgende Neuanfang mit Panichi und Badio sollte Stabilität bringen – nun endet diese Zusammenarbeit überraschend früh.
Wimbledon wartet – Djokovic im Blickfeld
Trotz der Unruhe im Hintergrund steht für Jannik das nächste sportliche Großereignis an: Wimbledon. Der Weltranglistenerste startet mit einem machbaren Erstrundenmatch gegen seinen Landsmann Luca Nardi. Allerdings befindet sich Sinner in derselben Hälfte des Tableaus wie Novak Djokovic und Jack Draper. Auch Ben Shelton könnte mit seinem starken Aufschlag zu einer Hürde werden.
Nach dem bitteren Finale bei den French Open, wo Sinner drei Matchbälle gegen Carlos Alcaraz ungenutzt ließ, gilt es nun, neue Motivation zu finden. Im Halbfinale in Paris hatte er zuvor Djokovic bezwungen – doch viele trauen dem Serben gerade auf Rasen viel zu.
Tennisexperte Mats Wilander äußerte sich bei TNT Sports optimistisch über Djokovics Chancen: „Ich erwarte, dass Novak in Wimbledon so gut oder sogar besser spielt als in Paris oder Australien. Es ist sein Lieblingsturnier auf seinem besten Belag. Gegen Sinner hätte er in Paris beinahe einen Satz oder zwei gewonnen. Wenn ich Novak wäre, würde ich sagen: Gib mir das Gras von Wimbledon, da kann ich diese Jungs schlagen.“
Wilander sieht Alcaraz derzeit in der Favoritenrolle, knapp gefolgt von Sinner und Djokovic: „In Paris war Novak noch Außenseiter, in Wimbledon gehört er klar zur erweiterten Spitze.“
