Jannik Sinner blickt auf eine außergewöhnliche Saison 2025 zurück: Zwei Grand-Slam-Titel, zwei weitere Finalteilnahmen – und dennoch blieb nach dem verlorenen Endspiel der US Open gegen Carlos Alcaraz ein bitterer Beigeschmack. Der Italiener musste sich dem Spanier mit 2:6, 6:3, 1:6, 4:6 geschlagen geben und zugleich die Spitzenposition der Weltrangliste abgeben.
Alcaraz feierte mit dem Triumph in New York bereits seinen sechsten Major-Erfolg und steht nun wieder an der Spitze der ATP-Rangliste. Für Sinner war die Niederlage nicht nur ein sportlicher Rückschlag, sondern auch Anlass zur Selbstkritik.
„Ich war heute sehr vorhersehbar“
In seiner Pressekonferenz sprach der 24-Jährige ungewöhnlich offen über die Gründe für seine Niederlage. „Er war heute sauberer in seinem Spiel. Was ich in London gut gemacht habe, hat er diesmal besser gemacht. Vor allem beim Aufschlag war er sehr stark. Ich war heute sehr vorhersehbar auf dem Platz“, erklärte Sinner.
Er kündigte an, sein Spiel variabler zu gestalten: „Ich habe keinen einzigen Volley gespielt, kaum Stopbälle. Gegen Carlos muss man aus der Komfortzone heraus. Vielleicht verliere ich in Zukunft ein paar Matches, wenn ich Neues ausprobiere, aber ich muss unberechenbarer werden.“
Besonders beim Aufschlag will er ansetzen. „Der Aufschlag war das ganze Turnier über ein Problem. Kleine Dinge können große Unterschiede machen. Ich werde Änderungen vornehmen, um ein besserer Spieler zu werden.“
Rivalität auf höchstem Niveau
Trotz der Niederlage betonte Sinner, stolz auf seine Saison zu sein: „Vier Grand-Slam-Finals in einem Jahr, zwei Titel – das sind unglaubliche Ergebnisse. Ich bin sehr zufrieden, auch wenn es heute nicht gereicht hat.“
Die Rivalität mit Alcaraz sieht er als zusätzlichen Ansporn. „Er ist ein anderer Spieler als alle anderen. Er hat keine Schwächen, das macht es so schwierig. Gegen ihn muss man etwas Neues bringen“, sagte Sinner.
Die Saison ist für ihn noch nicht beendet, doch klar ist schon jetzt: Das Duell zwischen Alcaraz und Sinner wird den Tennissport in den kommenden Jahren prägen.
