Jannik Sinner und Carlos Alcaraz pflegen trotz ihrer intensiven Rivalität ein respektvolles Verhältnis. Doch nach dem Wechsel an der Spitze der Weltrangliste machte der Italiener deutlich, dass er seine Sicht der Dinge nicht verschweigen will.
Sinner verlor die Nummer eins der Welt, als er im US-Open-Finale von Alcaraz klar in vier Sätzen geschlagen wurde. Dabei war er mit Rückenwind nach New York gereist, hatte er doch im Juli den Spanier im Wimbledon-Finale entthront. Alcaraz nutzte jedoch seine Chance und sicherte sich in Flushing Meadows seinen sechsten Grand-Slam-Titel.
Einfluss der Sperre auf das Ranking
Auf der Pressekonferenz beim China Open lobte Sinner seinen Rivalen, verwies jedoch auch auf seine Zwangspause Anfang des Jahres. Nach einer positiven Dopingprobe im vergangenen Jahr war er für drei Monate gesperrt worden und kehrte erst im Mai beim Italian Open zurück. Diese Phase nutzte Alcaraz, um Boden in der Weltrangliste gutzumachen.
„Er hat mehr Turniere gespielt, und er hat alle Turniere sehr, sehr gut gespielt“, sagte Sinner. „Wenn er gewinnt oder großartige Ergebnisse erzielt, dann verdient er es, dort zu stehen.“
Trotz der verlorenen Spitzenposition blickt der Südtiroler positiv nach vorne. In den kommenden Wochen stehen noch wichtige Turniere auf dem Programm: das Masters in Shanghai, das Paris Masters, die ATP Finals in Turin und möglicherweise auch das Davis-Cup-Finale in Bologna.
Fokus auf die letzten Saisonwochen
„Ich denke nicht in Kategorien von Druck“, erklärte Sinner. „Ja, wir haben die Grand Slams geteilt, aber wir hatten zwei sehr unterschiedliche Saisons. Ich bin sehr glücklich mit meiner Saison, weil das, was ich erreicht habe, bemerkenswert war. Aber auch Carlos hat viele Titel geholt, er verdient es, wo er ist. Das Ranking kommt und geht. Mal sehen.“
Allerdings steht Sinner nun vor einer schwierigen Aufgabe. Er muss zahlreiche Punkte verteidigen, da er im Vorjahr sowohl das Masters in Shanghai als auch die ATP Finals in Turin gewinnen konnte. Ob er die Nummer eins bis zum Saisonende zurückerobern kann, hängt stark von seinen Leistungen in den nächsten Wochen ab.
