Jannik Sinners Rückkehr auf die ATP-Tour bleibt ungewiss. Der Weltranglistenerste hat seit seinem Wimbledon-Titel im Juli kein Match mehr bestritten und die US Open sowie seine Titelverteidigung in Peking verpasst. Nun mehren sich Zweifel, ob selbst das Masters in Shanghai ab dem 7. Oktober zu früh kommt.
Sinner hatte seine Absage für Peking mit dem Zustand seines Knies begründet. „Mein Knie ist noch nicht dort, wo ich es gerne hätte. Ich werde alles tun, um so bald wie möglich wieder auf dem Platz zu stehen“, erklärte der Südtiroler. Einen festen Termin für sein Comeback gibt es weiterhin nicht.
Zwischen Fortschritt und Operationsgerüchten
Die Meldungen über seinen Zustand widersprechen sich. Einige Berichte sprechen von einer positiven Entwicklung, andere halten sogar ein vorzeitiges Saisonende für möglich. Sinner und sein Team wollen in den kommenden Tagen über das weitere Vorgehen entscheiden. Eine Operation gilt als letzte Option, weil sie eine längere Erholung nach sich ziehen könnte.
Für den Moment ist deshalb jede Turniernennung vorläufig zu betrachten. Sinner soll im Oktober beim Six Kings Slam sowie in Wien und Paris antreten. Anfang November stehen die ATP Finals in Turin an. Keiner dieser Starts ist unter den aktuellen Umständen gesichert.
Die sportliche Versuchung für eine schnelle Rückkehr ist groß. In Shanghai verteidigt Sinner nur 50 Punkte. Alexander Zverev liegt in der Weltrangliste 1.370 Zähler zurück und kann den Abstand in Peking weiter verkürzen. Später im Jahr fallen bei Sinner zudem 2.500 Punkte aus seinen Titeln in Paris und bei den ATP Finals aus der Wertung.
Melbourne wiegt schwerer als der Herbst
Zusätzlich könnten in den kommenden Wochen rund zehn Millionen Dollar Preisgeld erreichbar sein. Ranglistenpunkte und Einnahmen liefern starke Gründe für ein Comeback, dürfen jedoch die medizinische Entscheidung nicht ersetzen.
Sinners wichtigstes langfristiges Ziel ist ein Start in die Saison 2027 und bei den Australian Open ohne dauerhaftes Knieproblem. Eine zu frühe Rückkehr könnte diesen Plan gefährden. Ein längerer Verzicht würde dagegen Zverev im Rennen um die Nummer eins einen erheblichen Vorteil geben.
Die nächsten Tests müssen deshalb mehr beantworten als die Frage nach Shanghai. Sie entscheiden, ob Sinner den Herbst noch sinnvoll nutzen kann oder ob die vollständige Genesung Vorrang vor der Verteidigung seiner Spitzenposition erhält.
