Björn Borg: der Mann, der das Spiel neu erfunden hat



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Björn Borg: der Mann, der das Spiel neu erfunden hat

Geliebt, gehasst, beneidet: Björn Borg schrieb die Geschichte des Tennis zwischen Mitte der 70er und Anfang der 80er Jahre neu. Seine Triumphe in Wimbledon und im Roland Garros waren fast 45 Jahre lang die Ikone des Herrentennis.

Seine Ankunft in der Welt des Tennis war eine Revolution: Viele versuchten, sein Gletscherverhalten auf dem Platz nachzuahmen, andere versuchten, seine Outfits und seinen Haarschnitt nachzuahmen. Sein Privatleben war lebhaft und immer auf den ersten Seiten der Klatschmagazine.

1980 heiratete Borg die rumänische Tennisspielerin Mariana Simionescu, doch das Ehepaar ließ sich nur drei Jahre später scheiden. Später würde sie einen Sohn namens Robin aus einer Beziehung mit dem schwedischen Model Jannike Björling haben.

Im Sommer 1988 lernte er Loredana Bertè kennen: Der italienische Sänger war 1989 entscheidend und rettete Borg, als er einen Selbstmordversuch unternahm. Einige Monate später heirateten die beiden, trennten sich jedoch 1992: Loredana Bertè versuchte ein Jahr zuvor ebenfalls Selbstmord.

Borg heiratete 2002 zum dritten Mal mit Patricia Östfeldt. Auf dem Platz hatte er das Feuer im Inneren, bedeckt von einer äußeren Gletschermaske. Seine Rivalität mit John McEnroe war legendär, selbst für das gegenteilige Verhalten auf den Gerichten.

Das epochale Wimbledon-Finale 1980, das Borg nach fünf wunderbaren Sätzen (1–6, 7–5, 6–3, 6 (16) –7, 8–6) gewann, war einer der wichtigsten Momente in der Geschichte des Tennis. Der Film Borg-McEnroe 2017 mit Sverrir Gudnason, Shia LaBeouf und Stellan Skarsgård war ebenfalls diesem Finale gewidmet.

Björn Borg: der Mann, der das Spiel neu erfunden hat

Björn gewann 63 Titel, darunter 6 Roland Garros und 5 Wimbledon. Sein Spielstil, unterstützt von der Zweihand-Rückhand, war eine Innovation: Er dominierte seine Gegner dank der damals noch unbekannten technisch-sportlichen Standards.

In jenen Jahren war der Schwede der erste, der den Ball ständig mit dem Recht von unten nach oben schlug und ihm durch Drehen des Handgelenks den sogenannten Top-Spin verlieh. Mit dem Übergang von Schlägern mit Holzrahmen zu Aluminiumrahmen kommen alle Vorteile dieser Technik zum Tragen.

Mit seinem regulären Tennis konnte er sowohl Sand- als auch Rasenplätze dominieren. Borg war ein Mann mit wenigen Worten: Er protestierte selten gegen Schiedsrichter und Linienrichter. Er jubelte nie auffällig: Er hatte mehrere Spitznamen wie IceBorg oder Bear.

Er hat Tennis zu früh verlassen: Er war noch nicht einmal 27 Jahre alt. Der Druck, dem er ausgesetzt war, um zu gewinnen, sein Charakter und die Enttäuschung über die US Open 1981, die er gegen John McEnroe verlor, führten dazu, dass er depressiv wurde und 1982 den Unterton spielte.

Nach dem Finale der Flushing Meadows '81 verließ er den Tennisplatz, bevor die Preisverleihung und die Pressekonferenz begannen. Als er nach seinem Verhalten gefragt wurde, gab er aufrichtig zu, dass es keinen Zweifel mehr gab, dass McEnroe die neue Nummer 1 der Welt war und dass er nicht die Nummer 2 sein wollte.

1983 zog er sich zurück, hinterließ aber ein sehr wichtiges Erbe, das später von Pete Sampras, Andre Agassi, Roger Federer, Rafael Nadal und Novak Djokovic gesammelt wurde, aber Björn Borgs Mythos wird für immer in der Geschichte des Tennis bestehen bleiben.