Patrick Mouratoglous Einblick in die GOAT-Debatte



by FARUK IMAMOVIC

Patrick Mouratoglous Einblick in die GOAT-Debatte
© Getty Images Sport/Clive Brunskill

In seiner Kolumne "The Eye of the Coach" für Tennis Majors kehrt Patrick Mouratoglou, einer der renommiertesten Tennis-Coaches, zum immerwährenden und hitzigen Thema der GOAT-Debatte (Greatest Of All Time) zurück.

Er vergleicht Novak Djokovic, der eine weitere unglaubliche Saison mit drei Grand-Slam-Titeln und dem ATP-Finals-Sieg in Turin erlebt hat, mit dem Schweizer Roger Federer. Mouratoglou hebt hervor, dass Federer ab 2018 als Tennisspieler besser geworden sei, insbesondere aufgrund einer entscheidenden Veränderung in seinem Rückhandspiel.

„Er traf eine wichtige Entscheidung und begann, den Ball mit seiner Rückhand viel früher zu nehmen und ihn flach statt geschnitten zurückzuspielen. Das hat einen großen Unterschied gemacht“, analysiert der 53-jährige französische Coach.

Djokovics physische Überlegenheit und Langlebigkeit

Die Statistiken sprechen für den serbischen Champion. Mouratoglou betont, dass Djokovic physisch heute ebenso gut sei wie mit 26 Jahren, was einen signifikanten Unterschied ausmacht.

„Mit 36 und 37 konnte Roger nicht drei der vier Grand-Slam-Turniere gewinnen, das ganze Jahr über konstant sein und wirklich einen Schritt über allen anderen Spielern stehen. Das ist nicht passiert. Nole macht den Unterschied: Physisch heute ist er so gut wie mit 26.

Das ist ein großer Unterschied. Wenn man auf diesem physischen Niveau ist, kann man das ganze Jahr über konstant sein und konsequent die besten Spieler der Welt schlagen“, fügt Mouratoglou hinzu, um seinen Standpunkt zu verstärken.

Djokovic und das Geheimnis seiner Langlebigkeit

Mouratoglous Analyse ist zutreffend, doch es sollte hervorgehoben werden, dass alle Big 3, sobald sie das Alter von 32-33 Jahren erreichten, Titel gewannen und ihre jungen Gegner dominierten.

Vergleiche mit der Vergangenheit sind unmöglich; der einzige mögliche Vergleich ist genau der zwischen Djokovic, Federer und Nadal, den erfolgreichsten Spielern über diese Altersgrenze hinaus. Unter Berücksichtigung dieser außergewöhnlichen Leistungen ist es offensichtlich, dass Djokovic sich als vielleicht überlegener im Vergleich zu seinen beiden Rivalen erweist, insbesondere in Bezug auf das Alter, in dem er spielt.

Mit 36 Jahren ist Nole so stark wie mit 26: Er ist der zeitlose Mann des Tennis, und die Vorstellung, dass er bis 40 gewinnen könnte, ist nicht nur eine Utopie.

Patrick Mouratoglou