Novak Djokovic befindet sich aktuell in einer ungewohnten Phase. Der 36-jährige Serbe hat drei Niederlagen in Folge auf der ATP-Tour hinnehmen müssen – zuletzt in zwei Sätzen gegen Matteo Arnaldi beim Masters in Madrid. Zuvor unterlag er dem jungen Tschechen Jakub Mensik im Finale von Miami und verlor überraschend deutlich gegen Alejandro Tabilo in Monte Carlo.
Nach seinem Aus in Madrid sagte Djokovic:
„Nach einer Niederlage fühlt man sich nie gut, aber dieses Jahr hatte ich leider schon einige Erstrundenniederlagen. Das ist eine neue Realität für mich. Ich gehe auf den Platz und versuche, ein oder zwei Matches zu gewinnen, ohne wirklich daran zu denken, weit zu kommen.“
Er ergänzte: „Das ist ein ganz anderes Gefühl als das, was ich in über 20 Jahren Profikarriere hatte.“
Djokovic kündigte an, das Masters in Rom auszulassen – ein Turnier, das er seit 2009 stets gespielt hat. Die Grand Slams bleiben für ihn im Fokus. „Natürlich will ich überall gewinnen, aber die Grand Slams sind für mich das Wichtigste“, so der 24-fache Major-Sieger.
Zweifel an Form und Motivation
Die frühere britische Nummer eins, Annabel Croft, äußerte sich bei Sky Sports Tennis zur aktuellen Situation des Serben:
„Sein Fokus liegt ganz klar auf weiteren Grand-Slam-Titeln. Er will der erfolgreichste Spieler aller Zeiten werden“, so Croft. „Aber es wird zunehmend schwerer. Ich habe das Gefühl, er ist auf dem Platz einfach flach, findet nicht mehr in seinen Rhythmus.“
Croft erinnerte an Djokovics großartiges Match gegen Carlos Alcaraz bei den Australian Open, „aber seither ist er nicht mehr derselbe“. Sie vermutet, dass persönliche Faktoren eine Rolle spielen könnten – etwa die fehlende Präsenz seiner Familie bei den Turnieren in diesem Jahr.
Viele Gegner sehen nun ihre Chance. „Früher gingen sie mit Angst auf den Platz, heute glauben sie an ihre Möglichkeit. Das macht es für ihn doppelt schwer“, so Croft weiter.
Ob Djokovic vor Roland Garros noch ein kleineres Turnier spielt, bleibt offen. Möglich ist, dass er erst dort wieder auf den Platz zurückkehrt – mit vielen Fragen im Gepäck.
