Jannik Sinner hat beim Halbfinale der French Open in Paris eine bemerkenswerte Leistung gezeigt und den serbischen Titelverteidiger Novak Djokovic in drei Sätzen mit 6:4, 7:5, 7:6(3) bezwungen. Der Italiener dominierte über weite Strecken das Spiel von der Grundlinie – ein seltenes Bild gegen Djokovic, der normalerweise im Zentrum des Platzes das Kommando führt.
Ein neuer Stil gegen den Meister der Mitte
Andy Roddick, früherer Grand-Slam-Sieger, zeigte sich beeindruckt: „Es ist das erste Mal, dass ich jemanden gesehen habe, der einfach durch Novak durchgeht. Jannik ist der Erste, der das geschafft hat.“ Im Vergleich zu anderen Spielern wie Alcaraz, die mit Stoppbällen und Tempowechseln arbeiten, habe Jannik Djokovic konstant vom Zentrum des Courts ferngehalten. „Nicht nur für einen Punkt, nicht nur für einen Satz. Novak musste das Zentrum meiden – dort, wo er sich sonst am wohlsten fühlt. Sinner konnte das – und hat es getan.“
Statistisch untermauert Janniks Leistung seine neue Stärke. 44 Winner bei 36 unerzwungenen Fehlern sprechen für sein konsequentes Spiel. Djokovic hingegen produzierte 35 Winner, aber auch 53 unerzwungene Fehler. Für den Italiener ist es der erste Finaleinzug in Roland Garros – ein Meilenstein, der ihm auch den ersten Vorsprung im direkten Duell mit Djokovic bringt: 5:4 steht es nun.
Djokovic anerkennt Sinners Stärke
Djokovic zeigte sich nach dem Match ehrlich: „Ich stand ständig unter Druck. Er hat mir keine Zeit gelassen, den Ball richtig zu schlagen. Er war ständig an der Linie, hat mich in die Defensive gedrängt.“ Besonders hob er Sinners mentale Stärke hervor: „Er verdient großen Respekt dafür, wie er in den kritischen Momenten, als das ganze Stadion gebrüllt hat, ruhig geblieben ist. Er hat wirklich gezeigt, warum er die Nummer 1 der Welt ist.“
Auch der ehemalige britische Profi Tim Henman lobte: „Es war ein perfekter Spielplan. Sinner hat von hinten diktiert und ist bei jeder Gelegenheit in die Offensive gegangen. Djokovic hatte seine Momente, aber Sinner war schlichtweg zu schnell und präzise.“
Am Sonntag trifft Sinner nun im Finale auf Carlos Alcaraz – es wird ihr erstes Grand-Slam-Duell sein. Trotz vier Niederlagen in Folge gegen Alcaraz, geht Sinner mit dem Rückenwind eines historischen Siegs ins Endspiel.
