Novak Djokovic hat sich nach einer klaren Niederlage gegen Jannik Sinner im Wimbledon-Halbfinale offen zu seiner Verletzung bekannt. Der 37-Jährige musste sich dem Italiener mit 3:6, 3:6, 4:6 geschlagen geben. Schon wenige Wochen zuvor hatte Sinner Djokovic beim French Open im Halbfinale aus dem Turnier geworfen. Diesmal stand Djokovic nach dem Spiel sichtlich angefasst vor den Medien und sprach von einer schwierigen Situation.
„Ich wäre traurig, wenn das mein letztes Match auf dem Centre Court gewesen wäre, aber ich hoffe, es war nicht mein Abschied. Ich plane auf jeden Fall, mindestens noch einmal zurückzukommen und dort zu spielen“, erklärte Djokovic mit ruhiger Stimme.
Der Rekord-Grand-Slam-Sieger wirkte über weite Strecken des Spiels angeschlagen. Nach eigenen Angaben war eine Verletzung aus dem vorigen Match gegen Flavio Cabolli ausschlaggebend. „Ehrlich gesagt war das kein angenehmes Gefühl auf dem Platz. Ich möchte nicht ins Detail gehen oder mich beschweren, aber ich konnte heute einfach nicht mein bestes Tennis spielen. Jannik hat es verdient, er war einfach zu stark“, so Djokovic weiter.
Mit 37 wird der Körper zur größten Herausforderung
Djokovic betonte, dass er sich nicht auf Pech herausreden möchte. „Es ist kein Unglück. Es ist einfach das Alter, die Abnutzung. So sehr ich mich um meinen Körper kümmere, die Realität holt mich in den letzten eineinhalb Jahren mehr ein als je zuvor“, räumte er ein.
Gerade bei langen Grand-Slam-Turnieren werde ihm immer deutlicher bewusst, dass sein Körper nicht mehr alles mitmacht. „Wenn ich fit bin, kann ich immer noch sehr gutes Tennis spielen, das habe ich dieses Jahr bewiesen. Aber Best-of-Five ist inzwischen ein echter Kampf für mich. Je länger das Turnier dauert, desto schlechter wird mein Zustand.“
Sein Respekt vor den jungen Gegnern ist groß. „Ich komme ins Halbfinale oder Finale, aber da warten dann Sinner oder Alcaraz. Sie sind fit, jung, wach. Ich habe das Gefühl, ich starte schon mit einem halb leeren Tank. Da ist es einfach nicht möglich, solche Matches zu gewinnen“, sagte Djokovic ehrlich.
Was bringt die Zukunft für Djokovic?
Djokovic denkt nun darüber nach, seinen Turnierplan und sein Training anzupassen. „Ich muss wohl alles noch einmal überdenken und mit meinem Team und meiner Familie schauen, wie es weitergeht. Ich weiß wirklich nicht, was ich anders machen könnte. Ich verbringe so viel Zeit damit, mich um meinen Körper zu kümmern, wahrscheinlich mehr als jeder andere auf der Tour. Trotzdem werde ich im Moment nicht belohnt, sondern kämpfe immer wieder mit Verletzungen in den entscheidenden Momenten. Aber ich bin auch jahrelang belohnt worden“, blickte er zurück.
Wie oft Djokovic noch auf dem Centre Court von Wimbledon spielen kann, bleibt offen. Eines ist klar: Er will sich noch nicht verabschieden. Die Herausforderungen werden aber nicht kleiner.
