Kein Spieler in der Geschichte des Tennis hat mehr Grand-Slam-Titel gewonnen als Novak Djokovic. Mit 24 Erfolgen setzt der 38-Jährige Maßstäbe – und er zeigt auch bei den diesjährigen US Open, dass sein Hunger noch lange nicht gestillt ist. Durch den Sieg über den US-Amerikaner Taylor Fritz im Viertelfinale zog der Serbe zum 14. Mal in ein Halbfinale in Flushing Meadows ein. Für Djokovic war es zugleich der elfte Sieg im elften Duell mit Fritz.
Auf den Spuren großer Namen
Nole hält zahlreiche Rekorde: Zehnmal triumphierte er bei den Australian Open, damit ist er alleiniger Spitzenreiter. Rafael Nadal sammelte 14 Titel in Paris, Roger Federer acht in Wimbledon. Das US Open hingegen zeigt ein breiteres Bild. Seit Beginn der Open Era 1968 konnten nur drei Spieler fünf Titel holen: Jimmy Connors, Pete Sampras und Federer.
Connors dominierte in den 1970er-Jahren und gewann zwischen 1974 und 1983 fünfmal. Sampras prägte die 1990er und holte 1990 seinen ersten, 2002 seinen fünften Titel. Federer wiederum setzte ein einzigartiges Zeichen, indem er von 2004 bis 2008 fünfmal in Serie siegte. Kein Spieler konnte seitdem den Titel erfolgreich verteidigen.
Nole hat sich in diese Tradition längst eingereiht. Viermal konnte er in New York gewinnen: 2011, 2015, 2018 und 2023. Damit liegt er gleichauf mit Rafael Nadal und John McEnroe. Beeindruckend ist zudem die Konstanz: Zehnmal stand er bereits im Finale, öfter als jeder andere Spieler der Open Era.
Verpasste Chancen und neue Ziele
Die Bilanz zeigt jedoch auch Rückschläge. Sechsmal musste Nole im Finale eine Niederlage hinnehmen – unter anderem gegen Federer 2007, Nadal 2010 und 2013, Murray 2012, Wawrinka 2016 und Medvedev 2021. Mehrfach war er also dicht dran am fünften Triumph.
Nun könnte er in New York einen weiteren Meilenstein setzen. Mit einem Sieg im Halbfinale gegen Carlos Alcaraz stünde er erneut im Endspiel. Dort hätte er die Chance, Connors, Sampras und Federer in der Zahl der US-Open-Titel einzuholen. Darüber hinaus könnte er mit einem möglichen 25. Grand-Slam-Titel seinen eigenen Rekord weiter ausbauen.
Ein weiteres Ziel ist die Altersmarke: Mit 38 Jahren könnte Nole der älteste Grand-Slam-Sieger der Open Era werden. Für ihn selbst wäre es ein weiterer Beweis seiner Ausdauer und seines Ehrgeizes.
Wie oft in seiner Karriere steht er kurz davor, Geschichte zu schreiben. Sollte er in New York den fünften Titel gewinnen, würde er endgültig auch in der Bilanz der US Open mit den ganz Großen gleichziehen.
