Novak Djokovic wollte es vielleicht nicht hören, doch Carlos Alcaraz fasste seinen klaren 6:4, 7:6(4), 6:2-Sieg im Halbfinale der US Open in wenigen Worten zusammen. Für Nole, 38 Jahre alt und 22 Jahre älter als sein Gegner, wirkte die Partie wie eine Erinnerung daran, dass seine besten Tage hinter ihm liegen.
Der Spanier selbst meinte nach dem Spiel, dass er nicht einmal sein volles Potenzial ausschöpfen musste: „Heute war es nicht mein bestes Niveau im Turnier, aber ich habe bis zum letzten Punkt weitergemacht und mein Aufschlag war heute wichtig.“ Dennoch zeigte sich Carlos erleichtert: „Es fühlt sich großartig an, wieder im Finale zu stehen, das bedeutet mir sehr viel.“
Zeichen einer Wachablösung
Ehemalige Profis sahen in diesem Auftritt eine klare Botschaft. Ryan Harrison erklärte, dass es bezeichnend sei, wenn Alcaraz nicht sein bestes Tennis spielt und trotzdem Nole in drei Sätzen schlägt. „Carlos hat nicht sein bestes Match gespielt, aber in drei Sätzen gewonnen. Das zeigt, wie sehr er sich in den letzten Jahren verbessert hat – sogar in den letzten neun Monaten seit seiner Niederlage gegen Djokovic in Australien.“
Harrison hob hervor, dass Carlos sein Aufschlagspiel verbessert habe und mit mehr Konstanz auftrete. Damit habe er die Zweifel, die es zu Beginn mancher Turniere gegeben habe, eindrucksvoll widerlegt.
Auch Tim Henman fand deutliche Worte. Der frühere britische Spitzenspieler lobte Alcaraz für seine Dominanz: „Ich fand, Alcaraz war absolut auf den Punkt. Er hat brillantes Tennis gespielt und Nole keine Chance gelassen.“ Besonders der zweite Satz sei entscheidend gewesen. Im Tiebreak habe sich Nole körperlich aufgerieben, während Alcaraz seine Überlegenheit ausspielte. „Es war eine klinische Vorstellung und ein weiterer Sieg in drei Sätzen für Carlos. Er wird glücklich sein, erneut ein Grand-Slam-Finale erreicht zu haben – mit vollen Energiereserven.“
Nole bleibt im Schatten der Top zwei
Nole, aktuell die Nummer drei der Welt, erreichte zwar in allen vier Grand Slams das Halbfinale, doch der Abstand zu Carlos und Jannik Sinner wird spürbar größer. Henman fasste es zusammen: „Novak Djokovic ist der drittbeste Spieler der Welt. Er hat vier Halbfinals bei den Grand Slams erreicht, aber die Kluft zu den Top zwei ist deutlich.“
Für Carlos bedeutet der Finaleinzug einen weiteren Meilenstein: Er steht erstmals ohne Satzverlust im Endspiel eines Grand Slams. Der Spanier geht mit voller Energie ins Finale – ein Signal, dass die neue Generation endgültig das Kommando übernommen hat.
