Novak Djokovic’ Zukunft bei Grand Slams ungewiss

by Faruk Imamovic
SHARE
Novak Djokovic’ Zukunft bei Grand Slams ungewiss
© SprinterExpres0/X/Fair Use

Novak Djokovic hat sich nach seiner Niederlage im Halbfinale der US Open gegen Carlos Alcaraz emotional von den Fans in New York verabschiedet. Der 24-fache Grand-Slam-Sieger schickte auf dem Arthur Ashe Stadium ein Herzzeichen in die Menge, bevor er den Platz verließ. Beobachter fragten sich sofort: War das ein Abschied auf Raten?

ADVERTISEMENT

Der Serbe wartet seit dem US-Open-Sieg 2023 auf einen weiteren Grand-Slam-Titel. In den vergangenen zwei Jahren bestimmten vor allem Carlos Alcaraz und Jannik Sinner das Geschehen – beide gewannen jeweils vier Majors. Djokovic scheiterte in diesem Jahr bei allen vier Grand Slams im Halbfinale. In Melbourne musste er verletzt gegen Alexander Zverev aufgeben, in Paris und Wimbledon war Sinner zu stark, in New York setzte sich Alcaraz durch.

Becker sieht Ende einer Ära

Nach dem Duell in Flushing Meadows räumte Djokovic selbst ein, dass er gegen die jungen Rivalen bei Grand-Slam-Matches über fünf Sätze nur noch geringe Chancen habe. „Ich kann nur so viel tun, wie ich tun kann. Es wird sehr schwierig für mich, in Zukunft die Hürde von Sinner und Alcaraz in Best-of-Five zu überwinden“, sagte er. Zwar wolle er weiterkämpfen, doch er sprach offen von einer sehr großen Herausforderung.

ADVERTISEMENT

Boris Becker deutete diese Worte als Signal, dass Djokovic seinen Traum vom 25. Major wohl aufgegeben habe. „Zum ersten Mal wurde offen diskutiert, dass 2026 sein letztes Grand-Slam-Jahr sein könnte“, erklärte Becker in seinem Podcast mit Andrea Petkovic. Er stellte die Frage, ob Djokovic wirklich für kleinere Titel antrete oder ob es nicht immer um die ganz großen Trophäen gegangen sei. „Ich glaube inzwischen, dass er es gegen die jungen Wilden nicht mehr schaffen kann.“

Olympia als letztes großes Ziel?

Trotzdem hat Djokovic noch ein klares Fernziel: die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles. Dort möchte er seinen Goldtitel von Paris 2024 verteidigen. Becker hält dieses Vorhaben für wenig realistisch. „Das US Open klang für mich eher nach einem Abschied“, meinte er.

Auch Andrea Petkovic teilte diesen Eindruck: „Als er den Platz verließ, hat er seine Tasche noch einmal abgestellt und den Fans erneut sein Herz gezeigt. Das wirkte auf mich mehr als nur wie ein normales Goodbye.“

Novak Djokovic
SHARE