Novak Djokovic hat seine Kritik am Tenniskalender erneuert und gleichzeitig die Spieler in die Pflicht genommen. Bei einer Pressekonferenz vor dem Shanghai Masters sprach der 37-Jährige ungewöhnlich offen über die aus seiner Sicht ungelösten Probleme im Sport. „Die Spieler sind nicht geeint genug“, sagte er. „Die Topspieler müssen sich wirklich mehr engagieren, sonst wird sich nichts ändern.“
In den vergangenen Tagen hatten bereits Carlos Alcaraz, Iga Swiatek und Coco Gauff den dichten Turnierplan kritisiert. Sie beklagten die steigende Belastung durch immer längere Turniere und eine kaum unterbrochene Saison. Djokovic erklärte, er habe schon als Präsident des Spielerrats gegen die Ausweitung der Masters-1000-Events gestimmt. „Für die Turniere mag es Vorteile geben, aber für die Spieler ist es nicht gut.“
Ein komplexes System
Djokovic erinnerte daran, dass er seit über 15 Jahren auf eine Reform des Kalenders dränge. Aus seiner Sicht verhindere ein festgefahrenes System Veränderungen. „Das Monopol, das in diesem Sport geschaffen wurde, ist seit Jahrzehnten sehr stark. Viele wollen nichts ändern, auch wenn es um das Wohl der Spieler geht.“
Zugleich verwies er auf die Verantwortung jedes Einzelnen. Zwar gebe es Vorschriften und Bonusregelungen, doch am Ende könnten die Profis ihre Entscheidungen selbst treffen. „Manche melden sich zusätzlich für Schaukampf-Turniere an, das wirkt ein bisschen widersprüchlich“, erklärte er.
Verantwortung der Stars
Besonders die Spitzenspieler sieht Djokovic in der Pflicht. Es reiche nicht, nur in Interviews Kritik zu äußern. „Man muss Zeit und Energie investieren, um das System zu verstehen und um echte Verbesserungen voranzubringen. Das kann niemand für dich übernehmen, nicht dein Agent, nicht dein Team, nicht deine Eltern – nur du selbst.“
Der Serbe machte klar, dass es nicht um einfache Antworten gehe. „Es ist ein sehr komplexes Thema“, sagte er, „doch ohne echtes Engagement der besten Spieler wird sich nichts bewegen.“
