Der frühere Profi und heutige TV-Kommentator Robbie Koenig sieht bei Novak Djokovic nur einen klaren Hebel für die Off-Season: Kondition. Obwohl der 38-Jährige 2025 mit nur zwölf Turnieren die Nummer drei im Race ist, blieb ihm der große Titel verwehrt. Er stand in sämtlichen Grand-Slam-Halbfinals, gewann dort jedoch keinen Satz. Verletzungen bremsten ihn in Melbourne und Wimbledon, in New York wirkte er nach zwei Sätzen gegen Carlos Alcaraz ausgepumpt. In Shanghai erreichte er angeschlagen das Halbfinale und verlor überraschend gegen Valentin Vacherot.
„Mehr auf den Ergometer, mehr auf den Ruderer“
Koenig, selbst zwischen 1992 und 2005 auf der Tour, sieht einen Fitness-Fokus, der zu stark auf Schonung setzt. „Es ist immer noch erstaunlich, was er kann“, sagt er, betont jedoch: „Mein Eindruck ist, dass er die Cardio-Arbeit etwas vernachlässigt, um verletzungsfrei zu bleiben.“ Sein Vorschlag: gezieltes Auftrainieren der Ausdauerwerte. „Ein wenig mehr auf den Versaclimber, mehr Sprints auf dem Bike, vielleicht auch auf der Rudermaschine“, so Koenig. Die Technik sei nicht das Problem: „Wenn die VO₂-Leistung steigt, verbessert sich alles – Aufschlag, Rückschlag, Grundschläge, die Wege nach vorn.“
Blick auf die nächsten Wochen
Djokovics Körper signalisierte zuletzt häufiger Grenzen, was man an schwerer Atmung nach längeren Ballwechseln sah. Koenig leitet daraus ab, dass Intensität und Umfang der Ausdauerblöcke steigen sollten, um wieder die Fünf-Satz-Sicherheit zu bekommen. Der Serbe verlor am Donnerstag in Riad im Halbfinale der Exhibition „Six Kings Slam“ gegen Jannik Sinner – ein weiteres Indiz dafür, dass Nuancen fehlen, wenn die Rallys lang werden. Eine kräftigere Cardio-Basis könnte diese Lücke schließen.
