Novak Djokovics US-Open-Turnier 2026 ist bereits in der ersten Runde zu Ende gegangen. In New York war ihm das zuvor noch nie passiert. Dennoch plant der Serbe, auch in der kommenden Saison bei den größten Turnieren dabei zu sein.
Der 39-Jährige unterlag Mariano Navone im Arthur Ashe Stadium nach vier Stunden und 36 Minuten mit 7:6(5), 5:7, 4:6, 6:2, 6:1. Djokovic hatte mit 2:1 Sätzen geführt und im vierten Durchgang zudem ein Break Vorsprung, ehe seine körperlichen Probleme immer schwieriger zu kontrollieren waren. Während des Matches musste er sich übergeben, bekam Krämpfe und ließ später seinen Rücken behandeln.
Mit solchen Problemen war Novak Djokovic im Laufe seiner Karriere kaum konfrontiert. Doch in den späteren Jahren einer Laufbahn sind körperliche Schwierigkeiten dieser Art nicht ungewöhnlich. Der Serbe weiß, dass er sich anpassen muss.
Für die Nummer fünf der Welt war es die erste Niederlage in der Auftaktrunde eines Grand-Slam-Turniers seit den Australian Open 2006. Zuvor hatte er auf dieser Stufe 78 Erstrundenpartien in Folge gewonnen. Navone beendete diese Serie – und zugleich Djokovics nächsten Versuch, seinen Rekord auf 25 Grand-Slam-Titel auszubauen.
“I think it was obvious that it was an awful feeling on the court for me. It's something that I've been carrying, unfortunately, pretty much every match this year. Vomiting, throwing up, a serious issue there. Then my whole body starts to collapse, basically cramping and pain.
Yeah, the back just gave up in the end and shoulder, and I couldn't close it out.”
Djokovic will weiterhin alle vier Grand Slams spielen
Die Niederlage warf umgehend neue Fragen zu Djokovics Zukunft auf. Im kommenden Mai wird der frühere Weltranglistenerste 40 Jahre alt. Djokovic betonte jedoch, dass er dem Grand-Slam-Tennis nicht einfach den Rücken kehren wolle.
Auf die Frage, ob ihm 2027 mehr Turniere im Best-of-three-Format entgegenkommen könnten, erklärte Novak, dass er zunächst mit seinem Team sprechen werde. Sein Wunsch für die Grand-Slam-Saison sei aber eindeutig.
“We will see, I have to address that with my team.
That is a sentiment definitely after the Grand Slam season this year. Not to say that I will skip Grand Slams, I still want to play a full Grand Slam season next year. Let’s see if that is going to happen.
But Slams are Slams, they are different from any other tournament, they are the pillars of our sport and the most important tournaments we have.
But I do fancy my chances a bit more in best-of-three, I guess one-week tournaments or the Masters tournaments where you have almost two weeks with quite a few days between matches. That could serve me better.”
Djokovics Ergebnisse bei den Grand-Slam-Turnieren 2026 fielen äußerst unterschiedlich aus. Das Jahr begann für den Serben mit dem Einzug ins Finale der Australian Open. Im Halbfinale hatte er Jannik Sinner in fünf Sätzen bezwungen, ehe Carlos Alcaraz ihn im Endspiel in vier Sätzen besiegte. Einige Beobachter werteten den starken Auftritt als positives Zeichen und hofften auf Djokovics 25. Grand-Slam-Titel.
Im weiteren Saisonverlauf folgten jedoch mehrere Rückschläge.
Bei den French Open in Roland Garros führte der Serbe in der dritten Runde gegen Joao Fonseca bereits mit zwei Sätzen, doch der Brasilianer drehte die Partie und gewann ein Match, das fast fünf Stunden dauerte. In Wimbledon lief es besser: Nach einem fünf Stunden und 15 Minuten langen Viertelfinale gegen Felix Auger-Aliassime erreichte der Routinier das Halbfinale. Dort setzte sich Sinner mit 6:4, 6:4, 6:4 durch.
Körperliche Probleme begleiten Djokovic durch das Jahr 2026
Die Schwierigkeiten bei den US Open waren nicht das erste Mal in dieser Saison, dass Djokovic mit seinem Körper zu kämpfen hatte. Vor New York war er in Cincinnati angetreten und hatte sein Auftaktmatch gegen Thiago Agustin Tirante verloren. Anschließend erklärte er, dass ihn eine gesundheitliche Beeinträchtigung bereits seit einigen Jahren belaste und sich unter heißen sowie schwülen Bedingungen verschlimmere.
Die Fans waren besorgt, hofften aber darauf, dass der Routinier die Probleme in den Griff bekommen würde. Djokovic ist nicht der einzige Spieler, der mit ähnlichen Schwierigkeiten konfrontiert ist. Der Unterschied besteht jedoch darin, dass der 39-Jährige nicht annähernd so viele Turniere bestreitet wie Sinner.
Gegen Navone traten die Beschwerden erneut auf. Der Serbe räumte ein, sogar über eine Aufgabe nachgedacht zu haben. Nach dem Gewinn des zweiten und dritten Satzes spielte er jedoch weiter.
“I have, I have. I have, but then I won a set and then [the] third one. Then I was, like, ‘Okay, maybe there is a chance’. Yeah, I didn't want to give up in fourth or fifth, so I wanted to kind of finish the match.”
Im fünften Satz kam es zu einem emotionalen Moment, als das Publikum im Arthur Ashe Stadium versuchte, Djokovic noch einmal anzutreiben. Nach dem Match richtete der 24-malige Grand-Slam-Champion eine Herzgeste an die Fans, bevor er den Platz verließ. Eine solche Geste ist von Djokovic nicht unbekannt – während seiner gesamten Karriere pflegte er eine besondere Verbindung zum Publikum.
Nur wenige Wochen zuvor hatte Djokovic in Wimbledon betont, dass sein Niveau weiterhin ausreiche, wenn sein Körper ein normales Spiel zulasse.
“I feel when I'm healthy, I'm still able to play as a top-five player, still able to compete at the highest level,” sagte er.
