Novak Djokovics Zukunft wird seit mehreren Jahren diskutiert. Nach den Ereignissen bei den US Open ist die Debatte jedoch deutlich lauter geworden.
Der 39-jährige Serbe kassierte in New York gegen Mariano Navone seine erste Auftaktniederlage bei einem Grand-Slam-Turnier seit 20 Jahren. Navone setzte sich mit 7:6(5), 5:7, 4:6, 6:2, 6:1 durch. Zudem hatte Djokovic während der Partie mit körperlichen Problemen zu kämpfen. Der frühere Wimbledon-Halbfinalist Sam Querrey glaubt nun, dass sich der Routinier seinem letzten Karrierejahr nähern könnte.
Querrey erwartet Djokovics Rücktritt im Jahr 2027
Im Podcast „Nothing Major“ prognostizierte Querrey, dass Djokovic irgendwann im Jahr 2027 sein letztes Profiturnier bestreiten wird.
“I think at some point next year, in 2027, we will watch Novak play his last tournament. That’s just a hunch, I have no info, that’s where I land on that, that’s my feeling,” Querrey sagte.
Der frühere Top-30-Spieler Steve Johnson vertrat eine andere Ansicht. Djokovic hatte in der Vergangenheit mehrfach davon gesprochen, an den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles teilnehmen zu wollen.
“I get that, he’s talked about wanting to play the 2028 Olympics so that’s me,” entgegnete Johnson.
Djokovic wird im kommenden Mai 40 Jahre alt. Fragen zu einem möglichen Karriereende sind für ihn daher nichts Neues. Der 24-malige Grand-Slam-Champion hat jedoch immer wieder deutlich gemacht, dass er nach wie vor Freude am Wettkampf hat und nicht möchte, dass jemand anderes den Zeitpunkt seines Rücktritts bestimmt.
Sein jüngster Auftritt bei den US Open verlief zweifellos nicht nach Wunsch. Der frühere Weltranglistenerste führte gegen Navone mit zwei Sätzen zu einem und hatte im vierten Durchgang zudem ein Break Vorsprung. Im weiteren Verlauf verschlechterte sich sein körperlicher Zustand jedoch zunehmend.
“I think it was obvious that it was an awful feeling on the court for me. It's something that I've been carrying, unfortunately, pretty much every match this year. Vomiting, throwing up, a serious issue there. Then my whole body starts to collapse, basically cramping and pain.
“Yeah, the back just gave up in the end and shoulder, and I couldn't close it out,” sagte Djokovic.
Die Niederlage war sein frühestes Aus bei einem Grand-Slam-Turnier seit den Australian Open 2006. Zugleich erfolgte sie nach einer Saison, in der der erfahrene Serbe erneut bewiesen hatte, dass er bei den größten Turnieren noch immer die späteren Runden erreichen kann.
Djokovic stand zu Beginn des Jahres im Finale der Australian Open und erreichte im Juli erneut das Halbfinale von Wimbledon. Im All England Club stoppte ihn Jannik Sinner in drei Sätzen. Djokovic klang danach allerdings nicht wie ein Spieler, der sich unmittelbar aus dem Tennis zurückziehen will.
Djokovic will weiterhin Grand-Slam-Turniere spielen
“Losing in straight sets against the best player in the world, OK, it is what it is. It’s the reality you have to accept. But the tournament was positive in terms of the attitude on the court, the fighting spirit, the dedication. I mean, it’s still there,” sagte Djokovic nach Wimbledon.
“I’m glad that this tournament, the body held up pretty well. Pretty much every other tournament in the last two years it was always something.
“That’s the main thing. I feel when I’m healthy, I’m still able to play as a top-five player, still able to compete at the highest level. I like it. I like this life. I mean, tennis has given me everything in my life and has allowed me an opportunity to become who I am.”
Auf die Frage, ob er 2027 nach Wimbledon zurückkehren wolle, gab der siebenmalige Champion eine kurze Antwort.
“I would like to, at least one more time.”
Auch über die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles hat Djokovic wiederholt gesprochen. In einem Interview im vergangenen Jahr bezeichnete er einen weiteren Olympiaauftritt als das wichtigste Ziel, das er in seiner professionellen Zukunft noch vor Augen habe. Zuvor hatte er 2024 in Paris erstmals Olympia-Gold für Serbien gewonnen.
“The only thing that I have in my head, which gives me motivation, is the Olympics of 2028 in Los Angeles. It is the only thing that at this moment, professionally speaking, I have in my vision at this point,” sagte er.
Vorerst steht Djokovic in dieser Saison weiterhin im Turnierkalender. Sein Name findet sich auf der Meldeliste für die China Open. Das ATP-500-Turnier in Peking findet vom 30. September bis zum 6. Oktober statt.
Seit 2015 ist der Serbe dort nicht mehr angetreten. Peking zählt jedoch zu den erfolgreichsten Turnieren seiner Karriere: Djokovic gewann alle 29 Matches, die er dort bestritt, und holte bei jedem seiner sechs Auftritte den Titel.
Auch Jannik Sinner und Alexander Zverev stehen auf der Meldeliste. Sollte Djokovic tatsächlich in Peking antreten, wäre es sein erstes Turnier seit der schwierigen Nacht gegen Navone in New York – und eine weitere Gelegenheit zu zeigen, wie groß sein Wunsch ist, noch weiter Tennis zu spielen. Dann könnte auch Querreys Prognose auf die Probe gestellt werden.
