Novak Djokovic hat bei den US Open trotz seiner Niederlage gegen Mariano Navone einen weiteren Ausdauerrekord erreicht. Der 39-Jährige bestritt zum 20. Mal das Hauptfeld in New York. Vor ihm kamen nur Jimmy Connors, Andre Agassi und Feliciano López auf mindestens so viele Auftritte beim amerikanischen Grand-Slam-Turnier.
Der einzelne Rekord ging angesichts des sportlichen Ausscheidens beinahe unter. In der Karrierebilanz besitzt er dennoch Gewicht. Djokovic trat 2005 erstmals bei den US Open an. Damals war er 18 Jahre alt und spielte gegen den ebenfalls 18-jährigen Gaël Monfils. Mehr als zwei Jahrzehnte später steht er noch immer in derselben Grand-Slam-Auslosung.
Seine Verteilung über die vier größten Turniere ist bemerkenswert gleichmäßig: 21 Teilnahmen bei den Australian Open, 22 in Roland Garros, 21 in Wimbledon und nun 20 in New York. Neben López ist Djokovic damit der einzige Spieler mit mindestens 20 Starts bei jedem Major.
Gesamtrekord liegt bereits bei 84
Djokovic hat insgesamt 84 Grand-Slam-Turniere bestritten. Damit liegt er vor Roger Federer und López, die jeweils auf 81 kamen. Die Zahl misst nicht seine 24 Titel, sondern die Dauer seiner Präsenz auf der höchsten Bühne. Verletzungsfreiheit und die Fähigkeit, den Kalender an körperliche Veränderungen anzupassen, fließen in diesen Wert ein.
Zwischen 2008 und 2023 gewann Djokovic seine 24 Major-Trophäen. Inzwischen verschiebt sich die Bedeutung seiner Starts. Jeder Auftritt bleibt eine Titelchance, zugleich wird er Teil einer Langzeitbilanz, die jüngere Spieler erst in zwei Jahrzehnten angreifen könnten.
Die Saison 2026 zeigte, dass Djokovic weiterhin weit kommen kann. Er erreichte das Finale der Australian Open und das Halbfinale in Wimbledon. Das frühe Ende gegen Navone in New York verhindert jedoch die Annahme, Erfahrung garantiere automatisch einen tiefen Lauf.
Der Kalender 2027 könnte weitere Marken bringen
Djokovic plant, auch 2027 alle vier Grand-Slam-Turniere zu spielen. Gelingt das, würde er auf 88 Teilnahmen steigen und sich der Marke von 90 nähern. Zugleich könnte er als erster Spieler bei jedem der vier Majors mindestens 21 Starts erreichen.
Diese Rechnung hängt vollständig von Gesundheit und Motivation ab. Vier große Turniere bedeuten unterschiedliche Beläge, lange Reisen und über zwei Wochen mehrfach intensive Matches. Mit 39 Jahren wird die Vorbereitung zwischen den Turnieren ebenso wichtig wie die Leistung auf dem Platz.
Der New Yorker Meilenstein wirkt deshalb doppelt. Er erinnert an Djokovics außergewöhnliche Beständigkeit und zeigt, wie begrenzt die verbleibenden Gelegenheiten werden. Die Niederlage gegen Navone beendet ein Turnier, nicht aber die Jagd nach einer letzten Gruppe von Rekorden, die weniger mit Dominanz als mit sportlicher Langlebigkeit zu tun haben.
