Novak Djokovic will Ende September beim China Open auf die Tour zurückkehren. Sportlich steht dabei nicht nur seine Form im Mittelpunkt. Der 39-Jährige kämpft seit längerer Zeit mit einem Gesundheitsproblem, das sich bei Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit verschärft und seine jüngsten Auftritte deutlich beeinflusst hat.
Bei den US Open verlor Djokovic in der ersten Runde nach fünf Sätzen gegen Mariano Navone. Er musste sich während des Matches mehrfach übergeben, litt unter Krämpfen und wurde am Rücken sowie an der Schulter behandelt. Zuvor waren ähnliche Beschwerden bereits beim Turnier in Cincinnati aufgetreten.
„Dann beginnt mein ganzer Körper im Grunde zusammenzubrechen, mit Krämpfen und Schmerzen“, sagte Djokovic nach dem Aus in New York. Seine Erklärung zeigt, dass es nicht um eine einzelne Schwächephase ging. Die Belastung entwickelte sich über Stunden und nahm ihm am Ende die Möglichkeit, eine Führung im vierten Satz zu nutzen.
Peking wird zum Belastungstest
Djokovic ist inzwischen die Nummer elf der Welt, seine niedrigste Platzierung seit 2017. Seit Beginn des Jahres 2024 gewann er drei Titel, verfolgt jedoch weiterhin das Ziel eines 25. Grand-Slam-Erfolgs. Für diese Ambition ist die medizinische Frage inzwischen mindestens so wichtig wie seine technische Qualität.
Tennishistoriker Steve Flink warnt davor, dass sich die wiederkehrenden Probleme bis 2027 zu einer dauerhaften Belastung für Djokovics Verhältnis zum Sport entwickeln könnten. Das Turnier in Peking liefert deshalb keine endgültige Antwort, aber einen wichtigen Hinweis: Kann der Serbe mehrere Matches unter Wettkampfbedingungen bestreiten, ohne dass die bekannten Symptome erneut die Kontrolle übernehmen?
Die Rückkehr ist zugleich ein bewusstes Risiko. Spielpraxis kann Djokovic helfen, Rhythmus und Vertrauen aufzubauen. Zusätzliche Belastung kann jedoch genau jene Beschwerden auslösen, die zuletzt seine Ergebnisse bestimmt haben. Der Kalender muss daher nicht nur nach sportlicher Bedeutung, sondern auch nach Bedingungen und Erholungszeit bewertet werden.
Der 25. Major bleibt ein fernes Ziel
Djokovics Erfahrung und seine 24 Grand-Slam-Titel rechtfertigen es, ihn nicht vorschnell abzuschreiben. Die Niederlagen in Cincinnati und New York zeigen allerdings, dass sein Körper derzeit keine verlässliche Grundlage für lange Turnierläufe bietet. Ein einzelner guter Auftritt in Peking würde diese Sorge nicht beseitigen.
Der wichtigste Erfolg der kommenden Wochen wäre deshalb nicht zwingend ein Titel. Entscheidend ist, ob Djokovic Belastung wieder planbar bewältigen kann. Erst dann lässt sich seriös beurteilen, ob sein Angriff auf den nächsten Grand-Slam-Rekord 2027 sportlich realistisch bleibt.
