Novak Djokovic meldet sich bei den China Open im Wettbewerb zurück und wählt dafür einen Ort, an dem er so erfolgreich war wie kein anderer Spieler. Der 39-Jährige hat das Turnier sechsmal gewonnen, trat in Peking jedoch seit 2015 nicht mehr an. Sein Comeback steht deshalb zwischen vertrauter Zuversicht und einer offenen Belastungsfrage.
Djokovic bestritt seit dem 31. August kein Match. Bei den US Open verlor der 24-malige Grand-Slam-Sieger in der ersten Runde nach fünf Sätzen gegen Mariano Navone, wobei seine körperlichen Probleme den Verlauf prägten. Für Peking reiste er einige Tage früher an, um Trainingssätze und längere Einheiten auf dem Platz zu absolvieren.
Training liefert noch keine endgültige Antwort
„Bisher fühle ich mich gut“, sagte Djokovic vor dem Turnier. Er betonte zugleich, dass ein offizielles Match eine andere Belastung als Training darstelle. Körpergefühl, Bewegung und Schlagqualität hätten in den ersten Tagen gepasst, doch erst der Wettkampf werde zeigen, wie stabil dieser Eindruck ist.
Die Vergangenheit in China gibt ihm zusätzliche Sicherheit. Djokovic verwies auf die Unterstützung der Fans und seine außergewöhnliche Bilanz im Land. Die Anlage habe sich in elf Jahren weiterentwickelt, während seine positiven Erinnerungen geblieben seien. Peking stand deshalb in dieser Saison bewusst auf seiner Prioritätenliste.
Der Anspruch bleibt trotz reduziertem Kalender hoch
Djokovic plant seine Einsätze inzwischen stärker um die Grand Slams herum. Turniere mit guten Erfahrungen, passenden Bedingungen und besonderer Unterstützung erhalten mehr Gewicht. Diese Auswahl bedeutet jedoch keinen Abschied vom Leistungsanspruch. „Ich spiele ein Profiturnier, weil ich auch gewinnen will“, erklärte er.
Er könne sich nicht mit frühen Runden zufriedengeben, solange er auf höchstem Niveau antrete. Diese Haltung erhöht die Spannung seines Comebacks: Der Körper soll geschont werden, doch der innere Maßstab bleibt der eines Titelkandidaten.
Nach der Niederlage in New York hatte Djokovic mehrere Wochen, um sich zu erholen und den nächsten Aufbau zu steuern. Peking bietet nun einen kontrollierten Test gegen reguläre Tourkonkurrenz. Sein Turnierverlauf wird weniger an einem einzelnen spektakulären Schlag gemessen als an der Fähigkeit, Belastung über mehrere Tage zu wiederholen.
Die China Open verbinden für Djokovic damit zwei Ziele. Er will eine erfolgreiche Beziehung zu Publikum und Ort erneuern, zugleich aber belastbare Hinweise für die letzten Wochen der Saison gewinnen. Erst die Matches zeigen, ob aus dem guten Trainingsgefühl wieder Titelreife wird.
