Toni Nadal schlägt zurück: Verteidigung von Rafaels umstrittenem Botschafterposten

Rafael Nadal, einer der größten Namen im Tennis, hat kürzlich für Aufsehen gesorgt, indem er die Rolle eines Botschafters für den saudi-arabischen Tennisverband übernommen hat.

by Faruk Imamovic
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Toni Nadal schlägt zurück: Verteidigung von Rafaels umstrittenem Botschafterposten
© Getty Images/Bradley Kanaris

Rafael Nadal, einer der größten Namen im Tennis, hat kürzlich für Aufsehen gesorgt, indem er die Rolle eines Botschafters für den saudi-arabischen Tennisverband übernommen hat. Diese Entscheidung hat nicht nur in der Tenniswelt, sondern auch darüber hinaus Diskussionen ausgelöst, insbesondere wegen Saudi-Arabiens umstrittener Menschenrechtsbilanz.

Trotz der Kritik verteidigt Toni Nadal, der Onkel und langjährige Trainer von Rafael Nadal, diese Entscheidung vehement. In einem Interview mit der Zeitung El Mundo reagierte Toni Nadal auf die Kritik und argumentierte, dass das Engagement seines Neffen in Saudi-Arabien mehr zur Entwicklung des Sports und des Landes beitragen könne als ein Boykott.

"Wir leben in einer übermäßig heuchlerischen Welt", sagte Toni Nadal und betonte, dass die Präsenz eines Sportlers von Rafaels Kaliber in Saudi-Arabien eine Chance für positive Veränderungen darstellt.

Sport als Brücke zur Verbesserung?

Die Saudi Tennis Federation (STF) gab im Januar bekannt, dass Nadal ihre Einladung angenommen hat, Tennisbotschafter des Landes zu werden. Rafael Nadal selbst sieht darin eine "große Chance, den Sport in einem Land zu entwickeln, das viel in Sport investiert und jüngere Generationen ermutigt, Tennis zu spielen".

Diese Position hat ihn jedoch in das Zentrum einer Debatte gerückt, die sich mit der Frage beschäftigt, inwieweit Sport als Mittel zur Imageverbesserung von Ländern mit fragwürdiger Menschenrechtsbilanz genutzt wird.

Die ATP hat bereits Vereinbarungen mit dem Public Investment Fund (PIF) Saudi-Arabiens unterzeichnet, einschließlich der Austragung der Next Gen ATP Finals in Dschidda bis 2027. Zudem steht PIF Berichten zufolge kurz davor, das ATP-Rankingsystem zu erwerben, was auf weitere bedeutende Investitionen in den kommenden Jahren hindeutet.

Auch die WTA soll mit saudischen Beamten im Gespräch sein, da behauptet wird, das Königreich könnte die diesjährigen WTA-Finals ausrichten. Toni Nadal zog in seiner Verteidigung einen Vergleich mit dem ehemaligen spanischen Diktator Francisco Franco heran, um zu unterstreichen, dass der Sport schon immer über politische und kulturelle Grenzen hinweg Menschen vereint hat.

Er argumentiert, dass die Zusammenarbeit mit Saudi-Arabien nicht nur den Tennissport im Königreich fördern, sondern auch einen positiven Einfluss auf die Gesellschaft haben kann.

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