Serena und Venus Williams haben bei ihrem gemeinsamen Auftritt im Doppel der US Open eine große Chance auf den Sieg vergeben. Gegen das an Nummer 14 gesetzte Duo Hao-Ching Chan und Maya Joint verloren die Schwestern nach mehr als drei Stunden mit 6:4, 6:7 (4), 6:7 (7). Im entscheidenden Tiebreak führten sie bereits 5:0.
Ein Comeback mit großer Bühne
Die Partie fand im voll besetzten Arthur Ashe Stadium statt und bildete das erste Doppel in einer Night Session des Turniers. Die Entscheidung der Veranstalter erwies sich atmosphärisch als Erfolg. Das Publikum behandelte die Begegnung wie ein zentrales Einzel und reagierte auf nahezu jeden Punkt der Williams-Schwestern.
Für Serena war der Auftritt besonders bemerkenswert. Sie war erst im Frühjahr nach einer mehrjährigen Pause in den Wettbewerb zurückgekehrt. Gemeinsam mit Venus zeigte sie dennoch, dass Erfahrung, Antizipation und Präsenz in einem Doppel viele fehlende Matchwochen ausgleichen können.
Chan und Joint bleiben geduldig
Williams/Williams gewannen den ersten Satz 6:4. Der zweite Durchgang blieb eng, ehe Chan und Joint den Tiebreak mit 7:4 für sich entschieden. Im abschließenden Tiebreak schien das Match bei 5:0 für die Schwestern bereits in ihre Richtung zu kippen. Das gesetzte Team blieb jedoch ruhig und drehte die entscheidende Phase.
Chan spielte am Netz eine besonders wichtige Rolle. Ihre Reaktionen und ihr Stellungsspiel nahmen den Williams-Schwestern Räume, während Joint genügend Druck von hinten erzeugte. Diese Aufteilung half dem Duo, den frühen Rückstand im Tiebreak Punkt für Punkt abzubauen.
Die Niederlage schmälert die Wirkung kaum
Sportlich bleibt ein bitteres Ergebnis, weil ein Vorsprung von fünf Punkten in der Entscheidung selten ungenutzt bleibt. Gleichzeitig zeigte das Match, warum die Verbindung der Schwestern weiterhin Aufmerksamkeit erzeugt. Sie zwangen ein gesetztes Paar über die volle Distanz und hatten den Sieg greifbar nahe.
Die lange Night Session wirkte sich auch auf den weiteren Spielplan aus. Denis Shapovalov und Ben Shelton begannen ihr Einzel erst um 22:35 Uhr, Shelton beendete es nach 2 Uhr. Damit zeigte das Experiment zwei Seiten: Doppel kann die größte Bühne füllen, doch ein dreistündiges Match verschiebt den gesamten Abend. Für Serena und Venus endete die Rückkehr ohne Sieg, aber mit dem Beweis, dass ihre gemeinsame Anziehungskraft und Konkurrenzfähigkeit noch immer außergewöhnlich sind. New York würdigte das bis zum letzten Punkt.
