Wimbledon kämpft mit traditionellem Queue und schlechtem Wetter

Wetterkapriolen beeinflussen Wimbledon mehr als Fußball-Europameisterschaft

by Faruk Imamovic
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Wimbledon kämpft mit traditionellem Queue und schlechtem Wetter
© Getty Images/Francoid Nel

Wimbledon, das prestigeträchtigste Tennisturnier der Welt, steht dieses Jahr vor einer unerwarteten Herausforderung: das britische Wetter. Während Fußballfans gespannt auf Englands Spiele bei der Europameisterschaft blicken, sind es die Regenschauer, die Wimbledon wirklich zu schaffen machen.

Sally Bolton, die Geschäftsführerin des All England Club, betont, dass nicht der Fußball, sondern das schlechte Wetter die Hauptursache für den Rückgang der Besucherzahlen ist. „Dieses Jahr war das Wetter so wechselhaft und zuweilen so schlecht, dass wir derzeit davon ausgehen, dass es fast sicher das Wetter ist, das die Besucherzahlen beeinflusst“, erklärte Bolton.

Die erste Woche des Turniers verzeichnete einen Rückgang der Besucherzahlen um 3,7 % im Vergleich zum Vorjahr. Der Freitag der ersten Woche erlebte mit 36.630 Besuchern die niedrigste Besucherzahl seit 1998, abgesehen vom pandemiebedingten Jahr 2021.

Kampf gegen die Elemente

Die Veranstalter von Wimbledon sind stets darauf bedacht, die Tradition des berühmten Queue zu bewahren, in dem Fans am Tag des Spiels Tickets kaufen können. „Es ist ein so wichtiger Teil der Meisterschaften, hauptsächlich um die Zugänglichkeit zu schützen, und daher akzeptieren wir, dass die Beibehaltung des Queue etwas Ungewissheit über die Anzahl der Personen mit sich bringt, die auf das Gelände kommen“, sagte Bolton.

Doch gerade dieses Jahr hat das Wetter das traditionelle Queue stark beeinträchtigt. Zusätzlich zu den Herausforderungen für die Zuschauer beeinflusst das Wetter auch den Spielbetrieb erheblich. Spiele mussten verschoben oder unterbrochen werden, was insbesondere für die Spieler eine zusätzliche Belastung darstellt.

Daniil Medvedev, die Nummer 5 der Setzliste, bemerkte: „Ich konnte heute vor dem Match nicht aufwärmen, weil es geregnet hat.“ Spiele auf Plätzen ohne überdachung mussten pausieren, während Spiele auf den Hauptplätzen dank der einziehbaren Dächer fortgesetzt werden konnten.

Sollte der Regen weiterhin das Turnier beeinträchtigen, erwägen die Veranstalter, Juniorenspiele in Hallen zu verlegen und haben bereits die ersten Runden des Mixed-Doppels auf zwei Gewinnsätze und einen Tiebreak verkürzt.

Mit dem Halbfinale von England gegen die Niederlande am kommenden Mittwoch bei der Euro 2024 bleibt abzuwarten, wie sich die Wetterbedingungen entwickeln. Bolton bleibt jedoch optimistisch: „Ich mache mir keine Sorgen über den Fußball, mir macht das Wetter Sorgen.“

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