Jannik Sinner hat mit seinem Wimbledon-Sieg nicht nur Tennisgeschichte geschrieben, sondern auch ein sattes Preisgeld kassiert. Für den Triumph über Carlos Alcaraz – 3:1 in Sätzen – erhielt der 23-jährige Italiener umgerechnet rund 4,05 Millionen Dollar. Ein Teil davon geht allerdings direkt ans britische Finanzamt.
Laut Steuerexperte Sean Packard von OFS Wealth wird in Großbritannien ein pauschaler Steuerabzug von 20 % fällig. Hinzu kommen weitere mögliche Abgaben, die je nach Einkommenshöhe bis zu 45 % betragen können. Auch Einnahmen aus Ausrüsterverträgen, etwa für Kleidung oder Schläger, müssen versteuert werden.
Am Ende könnte von den ursprünglich 3 Millionen Pfund nur rund 2,5 Millionen übrig bleiben. Für Sinner bleibt jedoch ein Vorteil: Er lebt im steuerlich günstigen Monaco und spart so weitere Abgaben in Italien. Er ist damit in guter Gesellschaft – auch Novak Djokovic, Daniil Medvedev, Holger Rune und Stefanos Tsitsipas sind dort gemeldet.
Carlos Alcaraz hingegen wohnt weiterhin in Alicante und muss in Spanien regulär Einkommensteuer auf seine 1,52 Millionen Pfund zahlen. Iga Swiatek, die Siegerin der Damenkonkurrenz, lebt in Polen und wird zusätzliche 4 % ihres Preisgeldes abführen. Amanda Anisimova muss in den USA neben Einkommenssteuer auch Sozialabgaben und Zusatzabgaben zahlen.
Wimbledon als mentale Antwort auf Paris
Sinner selbst sieht seinen Wimbledon-Erfolg vor allem als persönlichen Fortschritt. Nach der bitteren Niederlage bei den French Open gegen Alcaraz sei dieser Sieg besonders bedeutend gewesen.
„Das ist der Teil, auf den ich am meisten stolz bin, weil es wirklich nicht einfach war. Ich habe viel mit mir selbst geredet. Was wäre wenn? Ich habe versucht, das zu akzeptieren“, sagte er.
„Wenn man ein Grand-Slam-Finale so verliert, ist es besser so, als wenn man zwei Spiele macht und komplett untergeht. Ich habe weitergemacht, mich im Training voll reingehängt, weil ich wusste, dass ich stark spielen kann. Nach Roland Garros habe ich gesagt: Es ist nicht die Zeit, mich runterzuziehen. Ein neuer Grand Slam kommt – und jetzt habe ich hier überzeugt.“
