Carlos Alcaraz wirkte im entscheidenden Moment des US-Open-Finales gegen Jannik Sinner gelassen, doch hinter seinem Lächeln verbarg sich Nervosität. Der 22-Jährige gab nach dem Match zu, dass er nach zwei vergebenen Matchbällen im vierten Satz Angst verspürt habe. „Ich hatte Angst, ich will nicht lügen“, sagte er im Gespräch mit ESPN.
Er habe das Lächeln bewusst eingesetzt, um seine Anspannung zu lösen. „Das hilft mir sehr, die Nerven abzubauen. So wirkt es, als hätte ich Spaß. Ich mag diese Momente, die schwierigsten Phasen in einem Match. Dann spiele ich mein bestes Tennis.“ Mit einem starken Aufschlag verwandelte er schließlich den dritten Matchball und feierte unter dem Jubel der Fans – auch US-Präsident Donald Trump war im Stadion.
Sinner bleibt größter Herausforderer
Alcaraz erklärte, dass er seit seiner klaren Niederlage gegen Sinner im Wimbledon-Finale verstärkt an seinem Aufschlag gearbeitet habe. Dennoch sei das Duell mit dem Italiener die größte Prüfung im Tennis. „Gegen Jannik zu spielen, ist die schwierigste Herausforderung, die wir haben“, betonte er. „Er hat sich körperlich stark verbessert, es ist schwer, Lücken in seinem Spiel zu finden.“
Die Rivalität hat sich in kurzer Zeit zu einem der bestimmenden Duelle im Herrentennis entwickelt. „Wir haben schon viele Matches gegeneinander gespielt, aber es ist nicht mehr das Gleiche wie vor einem Jahr. Taktisch verbessern wir uns beide. Beim nächsten Mal wird Jannik etwas anderes ausprobieren, und ich muss bereit dafür sein“, erklärte der Spanier.
Blick auf die kommenden Monate
Mit dem Erfolg in New York kehrte Alcaraz an die Spitze der Weltrangliste zurück. Da er in den verbleibenden Monaten deutlich weniger Punkte zu verteidigen hat als Sinner, stehen die Chancen gut, dass er das Jahr als Nummer eins beendet. Schon beim Australian Open im Januar könnten sich beide erneut in einem Grand-Slam-Finale gegenüberstehen. Sollte Alcaraz dort den Titel holen, würde er als jüngster Spieler alle vier großen Turniere gewonnen haben.
