Nikola Pilic, einer der prägenden Figuren des internationalen Tennissports, ist im Alter von 86 Jahren in Rijeka gestorben. Der ehemalige Profi aus Split, geboren 1939 im damaligen Jugoslawien, feierte sowohl als Spieler wie auch als Trainer große Erfolge.
Pilic begann seine Karriere in den 1960er-Jahren und wurde mit Beginn der Open Era 1968 Profi. Er gewann neun Einzeltitel und stand 1973 auf Platz 12 der ATP-Weltrangliste. Sein größter Einzelerfolg war das Finale der French Open 1973, das er gegen Ilie Nastase verlor. Im Doppel holte er sechs Titel, darunter 1970 die US Open. 1978 beendete er seine aktive Laufbahn.
Wegbereiter und Rebell
1973 sorgte Pilic unfreiwillig für eine Zäsur in der Tennisgeschichte. Wegen seiner Suspendierung durch die damalige ILTF konnte er nicht in Wimbledon antreten. 81 Profis boykottierten daraufhin das Turnier und gründeten die ATP, die heute den Herrentennis weltweit organisiert.
Nach dem Rückzug vom Profi-Tennis gründete Pilic eine Akademie in München. Dort betreute er zahlreiche Talente wie Michael Stich, Goran Ivanisevic oder Ernests Gulbis. Auch Boris Becker wurde von ihm gecoacht. Zudem führte er gleich drei Nationen zum Davis-Cup-Sieg: Deutschland (1988, 1989, 1993), Kroatien (2005) und Serbien (2010).
Einfluss auf Djokovic
Besonders eng war Pilics Verbindung zu Novak Djokovic. Der spätere 24-fache Grand-Slam-Sieger trainierte vier Jahre in seiner Akademie. „Nikola ist mein Tennisvater. Ein Mentor. Ein Mann, der sein Wissen und seine Erfahrung über Tennis und das Leben selbstlos mit mir geteilt hat“, sagte Djokovic einmal. Pilic und seine Frau Mija hätten ihn wie ein eigenes Kind aufgenommen.
In einem Interview 2024 erinnerte sich Pilic an die Anfänge: „Ich habe fünf Spieler unter 15 gefragt, was sie erreichen wollen. Novak sagte: ‘Ich möchte die Nummer eins der Welt werden.’ Die anderen lachten, ich nicht. Ich wusste, er wird internationale Klasse.“
Pilic blieb Djokovic bis zuletzt ein treuer Unterstützer. Seine Rolle als Spieler, Trainer und Visionär macht ihn zu einer einzigartigen Figur in der Tennisgeschichte.
