Tennis in Irland gewinnt an Fahrt. Dennoch fehlen ein Großturnier und staatliche Mittel, um die Basis flächendeckend zu finanzieren. Kevin Quinn, CEO von Tennis Ireland, sagt, Tennis sei „ein großer Sport, der im Verborgenen liegt“. Erfolgsfiguren, such as Rory McIlroy oder Katie Taylor in anderen Disziplinen, fehlen dem Tennis derzeit. Quinn ist überzeugt, dass irische Athletinnen und Athleten auch hier ganz nach oben können – sofern Ressourcen gezielt gebündelt werden.
Die Zahlen stützen den Trend: Unabhängige Erhebungen sehen rund 200.000 aktive Freizeitspielerinnen und -spieler, fast 100.000 Verbandsmitglieder und einen Platz vier in der Popularitätsskala der Sportarten. In einer aktuellen Umfrage landete Tennis als „Sport, den man gern ausprobieren würde“ auf Rang eins.
Kooperation mit der LTA und das Geldgefälle
Um die Lücke zur Konkurrenz zu verkleinern, arbeitet Ireland eng mit dem britischen Verband LTA zusammen. „Wir haben eine Verständigung mit der LTA unterzeichnet und können ihre Ressourcen nutzen“, berichtet Quinn. Der Unterschied bleibt dennoch deutlich: Die LTA erhielt im Vorjahr über 50 Millionen Pfund aus Wimbledon. Dieses Budget schafft Freiheiten – bis hin zu Wildcards, die Spieler Chancen auf großer Bühne geben. Beispiel 2024: Oliver Tarvet startete als Nummer 733 der Welt in die Qualifikation, stand schließlich gegen Carlos Alcaraz auf dem Centre Court.
Talente, College-Route und Vorbilder
Viele irische Talente gehen an US-Colleges Ireland baut hier systematisch Beziehungen auf, um Ausbildung, Coaching und Zufriedenheit der Spieler langfristig abzustimmen. „Wir haben ein paar sehr vielversprechende Kids weit oben in den ITF-Altersranglisten“, so Quinn. Ziel sind Junior-Grand-Slams in den nächsten ein bis zwei Jahren.
Ein nationaler Superstar wäre hilfreich. Allerdings prägen globale Leitfiguren ohnehin die Motivation. „Spieler wie Carlos Alcaraz und Jannik Sinner führen unseren Sport an und können Kinder inspirieren – egal, aus welchem Land sie kommen“, betont Quinn.
